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„Der Tennisellenbogen ist nicht selten und kann chronische Schmerzen hervorrufen."

Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Tennisarm und Tennisellenbogen - Was ist eine Epicondylitis humeri radialis?

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Wenn Sie wenig Zeit haben und schnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten aus diesem Artikel lesen möchten, dann bitte gehen Sie direkt an das Ende des Textes. Dort finden Sie eine knappe Zusammenfassung.

1. Einführung – Was sind Tennisarm und Tennisellenbogen (medizinisch: Epicondylitis humeri radialis)?

Der Tennisarm oder Tennisellenbogen ist eine Erkrankung, die aus einer Überbeanspruchung von Sehnen der Fingerbeuge- und Streckmuskeln entsteht. Die Muskeln, welche für das Bewegen von Handgelenk und Finger erforderlich sind, setzen teilweise an einem Knochenvorsprung an, der sich an der Ellenbogenaußenseite befindet. Die Betroffenen haben in diesem Körperbereich Schmerzen. Diese können selbst bei alltäglichen Bewegungen (z.B. Einschenken einer Tasse, Händeschütteln) einsetzen. Die Schmerzen strahlen vielfach bis in die Hand aus. Dies gilt umso mehr bei einem fortgeschrittenen Verlauf eines Tennisarms. Die Schmerzen sind dann besonders hoch, da die Nerven, die am Ellenbogen entlang laufen, in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Medizinisch betrachtet handelt es sich bei der Epicondylitis humeri radialis um ein Schmerzsyndrom, dessen Ursprungszonen sich im Bereich der streckseitigen Hand- und Fingermuskulatur und an den äußeren Ansätzen des Humerus befinden.

2. Ursachen für einen Tennisarm bzw. Tennisellenbogen

Die Ursachen für das Auftreten einer Epikondylitis sind bis jetzt noch nicht eindeutig geklärt. Bei Patienten mit einer entsprechenden Veranlagung kann eine ständige Überbelastung zu Entzündungen und Einrissen an den Sehnen im Arm führen. Nur bei einer Minderheit der Betroffenen lässt sich der Tennisarm auf das Tennisspielen oder auf andere Schlägersportarten zurückführen. Viel häufiger lösen ungewohnte Belastungen bei handwerklichen Tätigkeiten (Makrobelastungen) oder auch langes Arbeiten an der Computertastatur oder -maus (Mikrobelastungen) die Schmerzen aus. Demnach sind von einem Tennisarm überproportional häufig Handwerker, Straßen- und Bauarbeiter, Mechaniker oder Sekretärinnen betroffen. Somit führen sowohl sog. Makrobelastungen der Hand zu einer Epikondylitis als auch Mikrobelastungen wie sie z.B. durch Schreiben auf Tastaturen oder dem vielen Benutzen der Computermaus, der sog. Mausarm.

Auch die Verwendung des gebeugten Armes als Kopfstütze beim Schlafen kann ein Auslöser für den Tennisarm sein. Vor allem wenn die Ellenbogensehne einer ungewöhnlich hohen oder nicht angepassten Beanspruchung ausgesetzt ist, besteht ein hohes Risiko, einen Tennisarm zu bekommen.  Die Beschwerden stehen häufig mit einer falschen Haltung oder Technik in Verbindung. Damit verknüpft ist, dass beispielsweise professionelle Tennisspieler weitaus seltener einen Tennisarm bekommen als Amateurspieler.

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3. Differentialdiagnosen – Was kann es statt Tennisarm sein?

Als Differentialdiagnosen sollten immer in Betracht gezogen werden:

Epicondylitits humeri ulnaris
Die Epicondylitits humeri ulnaris ist der sog. „kleine Bruder“ vom Epicondylitis humeri radialis. Umgangssprachlich wird dieser auf Golferellenbogen genannt. Bei einem Golferellenbogen sind die Unterarmbeuger am Sehnenansatz des Humerus am inneren Ellenbogen entzündet. Die Schmerzen treten v.a. beim Beugen auf – dies ist auch der Unterschied zum Tennisellenbogen. Im Vergleich tritt der Golferellenbogen seltener auf als der Tennisarm.
Zervikalsyndrom
Bei einer Epicondylitis humeri radialis muss auch immer an ein sog. Zervikalsyndrom gedacht und dieses ausgeschlossen werden. Die Ursache liegt hier im Bereich der Halswirbelsäule und nicht im Ellenbogen.
Arthrose des Ellenbogens
Die Arthrose des Ellenbogens ist eine degenerative Gelenkveränderung. Eine sog. Kubitalarthrose ist fast immer posttraumatischer oder rheumatischer Genese. Eine Kubitalarthrose ist im Vergleich zum Tennisarm viel seltener.
Nervenkompressionssyndrom bzw. Nervenengpasssyndrom

Das Nervenkompressionssyndrom beschreibt Beschwerden, die aufgrund einer Einklemmung bzw. Quetschung eines Nervens auftreten. Im Bereich des Armes kann es typischerweise zu einer Reizung oder Kompression des Nervus radialis kommen – ähnliche Symptome wie beim Tennisarm treten auf. Besonders durch Training oder Überlastung kann es zu einer Reizung durch ein Nervenengpasssyndrom kommen.

 

4. Diagnostik und Untersuchungen – Was macht der Arzt?

Typischerweise führt der Arzt sog. Widerstandstests durch. Dabei lässt der Arzt den Händedruck mit dem Patienten immer kräftiger ausführen und ermittelt somit schließlich die Kraft, an dem der Patient Schmerzen am Sehnenansatz des Ellenbogens verspürt. Ähnlich kann der Arzt noch 1-2 weitere Tests durchführen.
Was der Arzt oftmals auch noch tut ist es, Druck auf die schmerzhafte Stelle auszuüben, so dass ein starker, stechender Schmerz auftritt. Außerdem fühlt der Arzt, ob man sozusagen Lücken in der Sehne spürt.
Bildgebungen wie Röntgen sind nicht notwendig, da es sich hierbei wie gesagt um eine Entzündung bestimmter Sehnen handelt und im Röntgenbild vor allem knöcherne Strukturen, wie z.B. nach einem Knochenbruch, gut dargestellt werden können.

5. Therapie eines Tennisarms (Epicondylitits humeri radialis) bzw. eines Tennisellenbogens

Der Tennisarm sollte in erster Linie konservativ, d.h. nicht operativ behandelt werden. Nur im Falle von angerissenen Sehnen sollte man eine Operation durchführen, da konservative Maßnahmen dann meist nicht mehr ausreichend sind. Es gibt eine Vielzahl an nicht-operativen Maßnahmen. Diese werden im Folgenden nacheinander beschrieben.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten bei einem Tennisellenbogen

Ruhe und Entlastung

Treten akute Tennisarm-Beschwerden auf, sollte der Arm geschont werden. Es gilt, Belastungen zu vermeiden. In vielen Fällen reicht bereits eine Schonung aus, damit der Tennisarm ausheilen kann. Allerdings ist es vielen Berufstätigen auch nicht möglich, jobbedingte Belastungen zu reduzieren. Die Ruhephase sollte generell nicht zu lange dauern, damit sich die Bänder, Muskeln und Sehnen nicht verkürzen.

Thermotherapie: Kälte und Wärme

Zur Behandlung der Schmerzen können sowohl Kälte- als auch Wärmetherapien angewendet werden. Bei akuten Schmerzen sollten Kälte und bei chronischen Schmerzen Wärme verwendet werden.

Bandagen und andere Hilfsmittel bei Tennisarm

Um den Ellenbogen zu schonen, können auch spezielle Bandagen oder Manschetten eingesetzt werden, um die Kraft um die betroffenen Sehnen „herumzuleiten“. Bandagen sind vor allem darauf ausgerichtet, Vibrationen abzufedern, wodurch sich die Muskeln und Sehnen erholen können. Analog zu Manschetten haben Bandagen eine entlastende und hoch stabilisierende Funktion. Die Erfahrungen mit diesen Hilfsmitteln sind generell sehr unterschiedlich. Während zahlreiche Patienten eine positive Wirkung verspüren, gibt es auch Patienten, bei denen keine Verbesserung eintritt. Welche Bandage im Speziellen zum Einsatz kommt, hängt von der Form und dem Stadium des Tennisarms ab.

Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS) bei Tennisarm

Die Small Fiber Matrix Stimulation ist ein Verfahren entwickelt in Deutschland in den letzten 5-6 Jahren. Diese Art der Elektrostimulation stimuliert gezielt die sog. Nozizeptoren bzw. die Schmerzfasern und reduziert auf diese Weise ohne Medikamente die Schmerzen. Diese Art der Stimulation ist insbesondere bei wiederkehrenden Tennisarm Schmerzen sinnvoll und ein wichtiger Baustein einer Therapie – insbesondere als Ersatz vom Schmerzmitteln bzw. Maßnahme, um Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac zu reduzieren. Die Small Fiber Matrix Stimulation erzielt ihre Wirkung nach ca. 2-6 Wochen, daher ist es wichtig den Patienten darüber zu informieren. Auf diese Weise kann dauerhaft bei zuvor regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen im Ellenbogen eine Schmerzreduktion erreicht werden.

Ultraschall

Eine Behandlung mit lokal angewandtem Ultraschall oder Mikrowellen kann ebenso Schmerzen vermindern und entweder alleine oder in Kombination mit einer Massage eingesetzt werden, um dadurch die Durchblutung des Gewebes noch vor der Massage zu erhöhen.

NSAR: Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac

Klassiker bei der Behandlung sind natürlich Schmerzmittel und in diesem Fall ganz typisch die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac und Celecoxib. Diese Mittel bewirken neben einer Schmerzreduktion auch eine Verminderung der Entzündung – ein Aspekt der gerade bei den entzündeten Unterarmsehnen wichtig ist. Diese NSAR-Präparate können sowohl lokal aufgetragen (mittels Salben) oder oral (als Tabletten) eingenommen werden.

Im folgenden Beitrag vom YouTube Kanal Video-Visite erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl die Wirkungen und Nebenwirkungen von Ibuprofen und Diclofenac. Gerne schauen Sie sich auch weitere Beiträge auf dem Kanal an.

 
Botox bzw. Botulinumtoxin bei Tennisarm

Eine weitere konservative Behandlungsmethode gegen den Tennisarm ist das Spritzen von Botox (Botulinumtoxin). Dieses Toxin wird niedrig dosiert verabreicht und kann Muskeln und Sehnen für zwei bis drei Monate lahmlegen. In dieser Zeit können sie sich wieder erholen. Die Botox-Behandlung ist allerdings auch mit gewissen Nebenwirkungen verbunden. So hängt der dritte Finger der jeweiligen Hand infolge der Botox-Verabreichung zwischenzeitlich etwas herunter, wenn die Hand gestreckt wird.

Cortison-Injektion bei Epicondylitis humeri radialis

Zur Schmerzlinderung können die Tennisarmpatienten auch eine Cortison-Injektion erhalten. Der Cortison-Behandlung wird zugeschrieben, relativ rasch für eine Schmerzlinderung sorgen zu können. Medizinische Forschungen deuten jedoch darauf hin, dass Cortison den Heilungsprozess verschlechtert. Gerade bei längerer Einnahme kann die Gefahr bestehen, dass eine Operation nötig wird und der Nachteil der Cortisonbehandlung gegenüber den Vorteilen (Schmerzlinderung) überwiegt.

Eigenblut-Injektion

Ein weiterer Therapieansatz ist die Injektion von Eigenblut. Hierfür werden zunächst schmerzlindernde Botenstoffe sowie entzündungshemmende Wachstumsfaktoren aus dem Blut des Patienten aufbereitet und isoliert. Die erfolgt mit einer Zentrifuge. Danach wird das Eigenblut direkt in das betroffene Sehnengewebe gespritzt.

Akupunktur bei Tennisarm

Weiterhin kann auch eine Akupunktur beim Tennisarm hilfreich sein, da sie nicht nur die Schmerzen verringern kann, sondern sich zudem direkt gegen die Entzündungsreaktion richtet. Da die Akupunktur jedoch typischerweise ein langsames Verfahren ist, d.h. die Wirkung tritt zumeist nicht sofort ein, sollte der Patient darauf hingewiesen werden, dass es durchaus bis zu sechs Wochen dauert, bis eine Besserung der Beschwerden eintritt.

Stoßwellentherapie bei Tennisarm
Bei einer Stoßwellentherapie werden hochenergetische, fokussierte Ultraschallwellen auf den schmerzenden Sehnenansatz gezielt. Dabei sollen regenerative Prozesse beschleunigt bzw. angeregt werden. Ähnlich gibt es auch noch eine sog. Röntgenreizbestrahlung. Bei diesem Verfahren werden je nach Schema in sechs bis zwölf Bestrahlungssitzungen 8-12 Gy auf den entsprechenden Bereich appliziert.
Physiotherapie und Massage

Nach dem Ausheilen wird häufig mit einer Physiotherapie begonnen, in deren Rahmen der Sehnenansatz wieder gedehnt wird. Auch wenn keine spezielle Physiotherapie eingeleitet wird, sollten die Patienten die Unterarmmuskulatur regelmäßig und intensiv dehnen. Des Weiteren gibt es auch eine spezielle Massagetechnik (sog. Querfriktionsmassage), die die betroffene Unterarmsehne quer zur Zugrichtung behandelt.

Operative Behandlungsmöglichkeiten (OP) bei einem Tennisarm

Ein operativer Eingriff wird bei einem Tennisarm nur in wirklich schwerwiegenden Fällen vorgenommen. Eine OP-Indikation besteht, wenn alle genannten konservativen Maßnahmen in einem Zeitraum von ca. 6 Monaten keine Besserung bewirken oder sich die Symptome in diesem Zeitraum trotz Therapie gar verschlimmern.
Meistens wird bei den Operationen der entzündete Sehnenteil vom Knochen abgelöst. Dieser Sehnenteil soll dann weiter unten Knochen wieder anwachsen. Der gemeinsame Strecksehnenansatz wird gelockert, indem der Sehnenansatz eingekerbt oder komplett durchtrennt wird. Es erfolgt zudem eine Durchtrennung der Nerven, welche den schmerzhaften Bereich versorgen. Nur in sehr seltenen Fällen kann auch eine Operation keine dauerhafte Linderung der Schmerzen bewirken. Dauerhafte Funktionsstörungen sind daher sehr unwahrscheinlich.

6. Zusammenfassung: Kurz & bündig

Da die Epicondylitis humeri radialis (umgangssprachlich auch Tennisarm, manchmal auch Mausarm genannt) durch eine permanente mechanische Überbeanspruchung hervorgerufen wird, sind Berufsgruppen wie Handwerker, Bau- und Straßenarbeiter oder auch Sekretärinnen davon häufig betroffen. Seltener auch Sportler wie z.B. Tennisspieler, daher die Namensgebung Tennisarm. Die Beschwerden bzw. Überbelastungen treten häufig bei sehr einseitigen, monotonen Tätigkeiten auf, die sich ständig wiederholen. Zur Therapie sollten immer zuerst konservative Maßnahmen durchgeführt werden. Hierbei steht ein großes Arsenal an Maßnahmen zur Verfügung. Eine vielversprechende neue nicht-medikamentöse Methode ist die Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS). Die Prognose des Tennisarms kann prinzipiell als gut bezeichnet werden, da die meisten Patienten bei dieser Erkrankung am Tennisellenbogen konservativ behandelt und in ca. 97% der Fälle ohne Operation geheilt werden können. Nur in den restlichen sehr seltenen Fällen muss eine Operation durchgeführt werden, die zumeist ebenfalls positiv verläuft.

7. Quellen und weiterführende Links

Bomedus Schmerzglossar: bomedus.com/wissen/schmerzglossar/
Niethard et al.: Orthopädie und Unfallchirurgie, 6. Auflage, 2009
AllEx: Kompendium für die 2. ÄP, Band B, 2012
Amboss: Top-Themen zum Hammerexamen, 2. Auflage, 2014
Bildquelle (fotolia.de): Datei: #60331801 | Urheber: psdesign1

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