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"Wer Polyneuropathie erfolgreich behandeln will, muss die dabei auftretenden Schmerzen ganzheitlich verstehen und angehen."

Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Polyneuropathie - Ursachen (Diabetes, Alkohol), Symptome (Füße, Beine) und Therapie

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Wenn Sie wenig Zeit haben und schnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten aus diesem Artikel lesen möchten, dann bitte gehen Sie direkt an das Ende des Textes. Dort finden Sie eine kurze und bündige Zusammenfassung.

1. Einführung und Definition einer Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie stellt eine Erkrankung des peripheren Nervensystems dar. Die Polyneuropathie ist eine typische neuropathische Schmerzerkrankung. Neuropathische Schmerzen bedeuten per Definition die Verletzung einzelner oder mehrerer Nervenfasern und/ oder Neurone.

Zu dem peripheren Nervensystem gehören sämtliche Nerven, die sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks befinden. Kennzeichnend für eine Polyneuropathie ist, dass nicht nur ein einzelner Nerv betroffen ist, sondern viele (poly = viele).

Definition: Eine Polyneuropathie ist eine systemisch bedingte Schädigung mehrerer peripheren Nerven unterschiedlicher Ursache.

Bei der Polyneuropathie sind die peripheren Nerven kaum in der Lage, Informationen zwischen dem Gehirn und dem Rückenmark weiterzuleiten. Dies geht für die Patienten mit erheblichen Schmerzen einher (neuropathische Schmerzen, s.o.). Da die Nerven an Armen und Beinen besonders lang sind, treten die Schmerzen vor allem hier auf. Typisch ist dabei ein Brennen, Prickeln oder Kribbeln an den betreffenden Körperteilen. An manchen Bereichen der Gliedmaßen zeigt sich ein Taubheitsgefühl, wodurch Schmerzen, Berührungen oder die Temperatur nur noch vermindert wahrgenommen werden können. Darüber hinaus sind die Patienten oft unfähig, Muskeln zu bewegen. Bei zahlreichen Patienten treten auch Muskelkrämpfe sowie eine Fehlstellung des Fußes ein. Manchmal werden durch eine Polyneuropathie auch sog. Hirnnerven beeinträchtigt. Patienten leiden dann teilweise an Empfindungsstörungen im Gesicht, Doppelbildern, Lähmungen der Gesichtsmuskulatur sowie an Sprech- und Schluckstörungen.

2. Entstehung und Häufigkeiten einer Polyneuropathie

Polyneuropathien schreiten relativ langsam voran, allerdings kann auch die Rückbildung einen langen Zeitraum umfassen. Insgesamt ist die Polyneuropathie eine eher seltene Erkrankung. Zuverlässige Krankheitsstatistiken gibt es nicht, doch gehen Experten davon aus, dass etwa bei jedem 2.000 Menschen eine derartige Erkrankung auftritt.

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3. Ursachen einer Polyneuropathie

In vielen Fällen sind Polyneuropathien eine Reaktion des peripheren Nervensystems auf Schädigungen oder Erkrankungen, die den Organismus als Ganzes betreffen. Dementsprechend gibt es eine Vielzahl an Faktoren, die eine Polyneuropathie auslösen können.
Häufige Ursachen für eine Polyneuropathie sind eine langjährige Diabeteserkrankung (bis zu 30%) sowie ein dauerhaft übermäßiger Alkoholkonsum (40%). Knapp 70% aller Polyneuropathien gehen auf diese beiden Ursachen zurück. Weitere Auslöser sind Mangelernährung (insb. Vitamin B12-Mangel) aber auch (rheumatische) Gefäßerkrankungen. Auch Autoimmunmechanismen (bspw. Guillain-Barré-Syndrom) sowie virale oder bakterielle Infektionen können zu einer Entstehung einer Polyneuropathie führen.
Teilweise gehen Polyneuropathien auch auf Medikamente (Zytostatika also Krebsmedikamente), Gifte und Schadstoffe zurück. Vor allem Schwermetallen (Blei, Arsen, Quecksilber etc.) und Lösungsmitteln wird zugeschrieben, eine Polyneuropathie auslösen zu können. Bei den Medikamenten sind vor allem Zytostatika, die insbesondere in der Krebstherapie verwendet werden, und einige Antidepressiva potenzielle Auslöser für diese Krankheit.

Polyneuropathie: Die alkoholtoxische Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie aufgrund chronischem Alkoholkonsums ist die häufigste Ursache für eine Polyneuropathie (ca. 40%). Hierbei handelt es sich um eine axonale Polyneuropathie (siehe unten Einteilung), die distal symmetrisch beginnt, d.h. vorwiegend das Gefühlsempfinden an beiden Beinen betrifft. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen, v.a. in beiden Beiden (sog. Burning Feet Syndrom)
  • Störung der Tiefensensibilität (gestörte Wahrnehmung von Körperstellung und –bewegung im Raum)
  • Verlust der Reflexe (Test durch Reflexhammer)
  • Starke Schweißbildung, ein sog. Hyperhidrosis, v.a. der Füße

Die kausale Therapie ist eine Alkoholabstinenz, jedoch ist die Compliance relativ gering.

In diesem Beitrag nennt Dr. Tobias Weigl sieben wichtige Fakten rund um das Thema Schmerz und Alkohol bzw. Alkohol und Schmerzen. Auch geht er dabei auf die Schädigung der Nerven und Nervenfasern durch Alkohol, also auf die alkoholtoxisch bedingte Polyneuropathie, ein.

Polyneuropathie: Die diabetische Polyneuropathie

Die meisten Patienten mit einem Diabetes mellitus erkranken im Verlauf an einer Polyneuropathie. Zumeist handelt es sich dabei um eine sog. symmetrisch-sensible Polyneuropathie (siehe unten Einteilung). Typische Kennzeichen einer diabetischen Polyneuropathie sind:

  • Brennende Schmerzen und Missempfindungen
  • Die Schmerzen steigen langsam von unten (Fuß) nach oben (Richtung Oberschenkel) auf
  • Typischerweise fehlt der Achillessehnenreflex

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4. Einteilung von Polyneuropathien - Welche Arten gibt es?

Polyneuropathien können nach mehreren Schemata bzw. Gesichtspunkten eingeteilt werden:

  • Pathologisch-anatomisch

    • Axonale Polyneuropathie (relativ spät erst gibt es eine Veränderung der Nervenleitgeschwindigkeit)

      • Sensomotorisch
      • Sensibel

    • Demyelinisierende Polyneuropathie (schon früh gibt es eine Veränderung der Polyneuropathie)

  • Ursache (s.o.): metabolisch-toxisch, entzündlich, hereditär, immunologisch, paraneoplastisch etc.
  • Krankheitsverlauf bzw. nach den Beschwerden des Patienten

    • Distal symmetrische Polyneuropathie mit Lähmungen, erloschenen Muskeleigenreflexen, sog. Hypästhesien, gestörtem Lageempfinden
    • Proximal asymmetrische Polyneuropathie
    • Mononeuropathie (Ausfall nur eines Nerves)
    • Mononeuropathia multiplex (verschiedene periphere Nerven sind betroffen)

  • Verlauf: akut oder chronisch

5. Therapie und Behandlungsmöglichkeiten bei einer Polyneuropathie

Die Behandlung der Polyneuropathie richtet sich nach der jeweiligen Krankheitsursache. Wenn die Polyneuropathie auf Diabetes zurückgeht, ist eine konsequente Blutzuckereinstellung umzusetzen. Die Nervenschädigung lässt sich umso eher stoppen, je besser die Blutzuckerwerte langfristig eingestellt sind. Wenn Giftstoffe oder Medikamente die Polyneuropathie ausgelöst haben, sollten diese Stoffe nicht mehr in den Körper gelangen. So ist ggfs. eine medikamentöse Tumorbehandlung anzupassen. Polyneuropathien, die durch andere Grunderkrankungen (Nierenschädigungen, Tumore) entstanden sind, werden durch die Therapie der Grunderkrankung gewissermaßen mitbehandelt.

Medikamentöse Behandlung einer Polyneuropathie

Im Rahmen einer medikamentösen Therapie werden insbesondere Wirkstoffe verabreicht, die auch bei vielen anderen Nervenerkrankungen angewendet werden. Hierzu gehören Präparate aus der Epilepsie-Behandlung (Antikonvulsiva, die bspw. die Wirkstoffe Carbamazepin und Gabapentin enthalten), Opioide sowie Antidepressiva (beispielsweise mit dem Wirkstoff Amitriptylin). Diese Medikamente beeinflussen die Neurone und Nervenfasern, die Schmerzen weiterleiten. Also genau die Strukturen, die bei neuropathischen Schmerzen wie einer Polyneuropathie geschädigt sind.

In diesem Beitrag von Video-Visite erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl wieso Antidepressiva zur Therapie von neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden können. Vor allem will er Licht ins Dunkel zu diesen Medikamenten bringen, da Patienten oft irritiert und verwundert sind wenn Ihnen Antidepressiva zur Schmerzbehandlung verordnet werden.

Wenn eine diabetische Polyneuropathie vorherrscht, eignen sich Präparate mit dem Wirkstoff Alpha-Liponsäure.  Bei entzündlichen Polyneuropathien-Formen können Kortison und Immunglobuline eingesetzt werden. Die infolge einer Polyneuropathie entstehenden Schmerzen sind durch Schmerzmedikamente häufig nur schwer in Griff zu bekommen. Schmerzmedikamente wie Ibuprofen und Diclofenac sind meist unwirksam. Neuropathische Schmerzen, wie es bei einer Polyneuropathie ist, müssen meist ganzheitlich und mehrdimensional therapiert werden. Mehr dazu lesen Sie bitte hier.

In diesem Video gibt Ihnen Dr. Tobias Weigl eine Übersicht zu den Medikamenten Ibuprofen und Diclofenac. Auch bespricht er ausführlich die Nebenwirkungen und Dosierungen.

Physikalische Therapie einer Polyneuropathie

Die physikalische Therapie zielt primär darauf ab, die sensiblen und motorischen Störungen zu bekämpfen. Angewendet werden vor allem Krankengymnastik, eine Elektrobehandlung gelähmter Muskeln, Infrarottherapie, Wechsel- und Bewegungsbäder sowie kalte und warme Wickel. Diese Maßnahmen fördern die Durchblutung und stärken die geschwächten Muskeln.
Eine neue und vielversprechende Therapiemöglichkeit ist sog. Small Fiber Matrix Stimulation. Hierbei werden gezielt die erkrankten bzw. verletzten Nervenfasern stimuliert und das krankhafte Schmerzempfinden, das aufgrund der Polyneuropathie unter „Dauerfeuer“ steht, schrittweise wieder normalisiert. Im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie sollten Patienten mit einer Polyneuropathie diese zusätzliche Therapiemöglichkeit in Betracht ziehen und damit eine Verbesserung ihrer Schmerzen erreichen.

6. Ernährung bei einer Polyneuropathie

Steht die Polyneuropathie mit überhöhtem Alkoholkonsum in Verbindung, sollte der Patient Alkohol allenfalls in moderater Menge zu sich nehmen. Selbst wenn die Polyneuropathie nicht alkoholbedingt ist, ist ein überschaubarer Alkoholkonsum anzuraten.  Zudem kann eine gute Ernährung bei Polyneuropathien aller Art positive Effekte bringen. Schädliche Lebensmittel wie Weißmehlprodukte, Süßstoffe, Zucker, Softdrinks, Trans-Fettsäuren und Geschmacksverstärker sollten stark eingeschränkt werden. Ferner sollten Patienten auf das Rauchen verzichten.

7. Zusammenfassung: Kurz & bündig

Die Polyneuropathie (PNP) ist eine systemisch bedingte Schädigung mehrerer peripherer Nerven. Polyneuropathien können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden. Am häufigsten sind die alkoholtoxische (ca. 40%) und die diabetische (bis zu 30%) Polyneuropathien. Weitere Ursachen sind Mangelernährung aber auch das sog. Guillain-Barré-Syndrom (GBS) und genetisch bedingte Polyneuropathien. Unabhängig von der Ursache gestaltet sich eine Therapie, insbesondere der zumeist brennenden und stechenden Schmerzen (sog. neuropathische Schmerzen) als sehr herausfordernd und für den Patienten meist unzureichend. Eine ganzheitliche Therapie basierend auf einem Mix an Medikamenten (typischerweise Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioide) sowie physikalischer Maßnahmen ist wichtig. Eine neue und erweiternde Therapiemöglichkeit eröffnet die sog. Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS). Dabei handelt es sich um eine gezielte Elektrostimulation geschädigter Nervenfasern.

8. Weiterführende Links und Quellen

Bomedus Schmerzglossar: https://bomedus.com/wissen/schmerzglossar/
ALLEX, Alles fürs Examen, Thieme, 2012
Hacke, Neurologie, 14. Auflage, 2015
Hufschmidt und Lücking, Neurologie compact: Für Klinik und Praxis, 6. Auflage, 2013
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): dgn.org
Bildquelle: Fotolia Datei: #36523104 | Urheber: Bernhard Schmerl

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