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Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Spondylodiszitis – Die Entzündung der Bandscheibe

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Gliederung

  1. Einführung in die Spondylodiszitis
  2. Was ist eine Spondylodiszitis?
  3. Epidemiologie: Wer bekommt Spondylodiszitis?
  4. Ursachen für eine Spondylodiszitis – woher kommt die Entzündung?
  5. Symptome der Spondylodiszitis
  6. Diagnose der Spondylodiszitis
  7. Differentialdiagnostik – Was kann es noch sein außer eine Spondylodiszitis?
  8. Therapiemöglichkeiten zur Ausheilung einer Spondylodiszitis
  9. Zusammenfassung: Kurz & knapp
  10. Weiterführende Links und Quellen

Wenn Sie wenig Zeit haben und schnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten aus diesem Artikel lesen möchten, dann bitte gehen Sie direkt an das Ende des Textes. Dort finden Sie eine kurze und bündige Zusammenfassung.

Einführung in die Spondylodiszitis

Die Bandscheiben sind ein wichtiger Bestandteil der Wirbelsäule: Sie sind es, die ermöglichen, dass die Wirbelsäule und damit der Rücken des Menschen flexibel bewegt werden kann. Die Wirbelsäule besteht aus etwa 33 knöchernen Wirbeln, die über die Bandscheiben miteinander verbunden sind. Weil die Wirbel des Steißbeins bei einzelnen Menschen mehr oder weniger miteinander verwachsen sind, unterscheidet sich die exakte Anzahl der Wirbel von Mensch zu Mensch. Den Bandscheiben, die wie ein Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln sitzen, kommt dabei die Aufgabe zu, das gegenseitige Aufeinanderprallen der Wirbel abzufedern und, da die Wirbel an sich starr sind, die Wirbelsäule als Ganzes beweglich zu halten (Medizinfo 2017).
Erkranken die Bandscheiben, bedeutet das in der Regel starke Rückenschmerzen, die bei falscher oder verzögerter Behandlung nicht immer vollständig zurückgehen. Wird ein akuter Rückenschmerz z. B. nicht als Bandscheibenerkrankung erkannt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass aus den akuten Schmerzen nach einigen Wochen chronische Schmerzen werden, die sich nur schwer behandeln lassen. Während der klassische Bandscheibenvorfall zu den bekannteren Erkrankungen des Rückens gehört, ist die Spondylodiszitis weit weniger bekannt, aber keineswegs ungefährlicher für die Gesundheit des Rückens. Was aber hat es mit einer Spondylodiszitis auf sich und wie lässt sie sich diagnostizieren bzw. therapieren?

Was ist eine Spondylodiszitis?

Die Spondylodiszitis gehört zu den Wirbelsäulenentzündungen. Ist allein der Wirbelknochen von der Entzündung betroffen, spricht man in der Fachsprache von einer Spondylitis, bei einer Spondylodiszitis dagegen ist neben dem Wirbelknochen selbst auch die Bandscheibe betroffen; der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort für Bandscheibe, „dicus“ ab. Verursacht wird eine Entzündung im Rücken in der Regel durch Bakterien, nur selten sind Viren oder Pilze dafür verantwortlich. Der häufigste Erreger allgemeiner Wirbelentzündungen sowie auch der Spondylodiszitis ist das Bakterium Staphylococcus aureus (Medizinfo 2017).

Im folgenden Video erklärt Dr. T. Weigl aktuelle Forschungsergebnisse über den Einsatz und Nutzen von Antibiotika bei chronischen Rückenschmerzen. Das hierbei beteiligte wichtige Bakterium ist das sog. Propionibacterium acnes.

Epidemiologie: Wer bekommt Spondylodiszitis?

Die Epidemiologie ist ein Teilbereich der Medizin, der die Verbreitung von Krankheiten untersucht und statistische Daten bekannter Fälle auswertet, um eine Prognose erstellen zu können, wie häufig beispielsweise eine Entzündung der Wirbelknochen auftritt und welche Bevölkerungsgruppen zu den Risikopatienten gehören. Diese aufbereiteten Daten erleichtern es den behandelnden Ärzten, die Diagnose von z. B. Rückenschmerzen zielgerichteter zu verfolgen, wobei immer auch Ausnahmen in Betracht gezogen werden müssen. Für die Spondylodiszitis ist typisch (Ärzteblatt 2008):

  • seltene Erkrankung (die Wahrscheinlichkeit liegt bei 1:250.000)
  • innerhalb der Osteomyelitiden (Entzündungen des Knochenmarks) liegt der Anteil bei 3-5 %
  • Geschlecht: Männer sind bis zu drei Mal häufiger betroffen als Frauen
  • Alter: die Erkrankung tritt insbesondere im 50.-80. Lebensjahr auf

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Ursachen für eine Spondylodiszitis – woher kommt die Entzündung?

Bakterien können auf unterschiedlichen Wegen in den menschlichen Organismus gelangen und dort für sogenannte endogene, d. h. aus dem Inneren des Systems heraus entstehende, Infektionen sorgen. Wie ein bakterieller Erreger ins Innere des Knochens gelangt, kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben: Knochenbrüche mit einer offenen Wunde sind eine Möglichkeit, über die Bakterien in den Knochen gelangen, aber auch ein Entzündungsherd an einer anderen Stelle des Körpers kann verursachen, dass Bakterien in die Blutbahn und von dort aus in den Knochen wandern, wobei sowohl Arterien als auch Venen als potenzielle Wege für die Erreger in Frage kommen. Eine Spondylodiszitis beruht in der Regel auf einer dieser Entzündungsursachen – nur in seltenen Fällen passiert es, dass bakterielle Erreger durch einen operativen Eingriff an der Wirbelsäule in den Blutkreislauf bzw. in den Knochen gelangen (Ärzteblatt 2008, Medizinfo 2017).
Nicht immer ist ersichtlich, ob zuerst die Bandscheibe oder der Wirbelknochen von der Entzündung betroffen war. Wenn die Schmerzen stark genug werden, dass Patienten einen Arzt aufsuchen, hat die Entzündung in den meisten Fällen bereits sowohl Knochen als auch Bandscheibe erreicht, allerdings geht die Medizin davon aus, dass die Entzündung im Falle einer Spondylodiszitis von der Bandscheibe ausgeht und von dort aus auf den Knochen, also den Wirbelkörper, übergreift. Je weiter die Entzündung unbehandelt fortschreitet, desto größer wird auch die Gefahr, dass die Erreger über die Blutbahnen auf andere Organe oder das Rückenmark bzw. die Rückenmuskulatur übergreifen – ein Zustand, der lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann (Ärzteblatt 2008, Medizinfo 2017).

Symptome der Spondylodiszitis

Eine Entzündung ist, sofern sie endogen, also innenliegend ist, in der Regel nicht von außen erkennbar, sorgt aber für zum Teil sehr starke Schmerzen. Abhängig davon, wo die Entzündung sitzt und wie weit sie fortgeschritten ist, kann der Schmerz sehr konkret an der betroffenen Stelle der Wirbelsäule auftreten und wird somit als spezifischer, durch klassische Diagnoseverfahren auf eine Ursache bzw. einen Auslöser rückführbarer Schmerz klassifiziert. Der Schmerz im von der Entzündung betroffenen Abschnitt der Wirbelsäule äußert sich durch Druck- oder Klopfschmerzen, häufig entsteht zudem ein Belastungsschmerz, der bei zunehmender Bewegung oder Belastung stärker wird. Über die Rückenschmerzen hinaus leiden viele Patienten an allgemeinen Symptomen einer Entzündung, die u. a. in Form von Fieber, Gewichtsabnahme oder Nachtschweiß auftreten (DocCheck 2017).
Nicht immer allerdings treten die Rückenschmerzen so gezielt auf, dass der behandelnde Arzt die Symptomatik eindeutig auf ein bestimmtes Wirbelsegment eingrenzen kann. Befindet sich die Entzündung beispielsweise noch in einem frühen Stadium oder sind mehrere Wirbelknochen betroffen, kann der Schmerz an unterschiedlichen Stellen auftreten und eher eine unspezifische, d. h. schwerer zu diagnostizierende Form annehmen. Sind die Beschwerden unspezifisch, kommt es in vielen Fällen zu einer verzögerten Diagnose – häufig gehen Ärzte zunächst von einer degenerativen Wirbelsäulenerkrankung aus und schließen nach und nach andere Rückenerkrankungen aus. Eine frühzeitige Diagnose allerdings kann den Verlauf der Entzündung und die entsprechenden Therapiemaßnahmen begünstigen (Ärzteblatt 2008).

Diagnose der Spondylodiszitis

Um zu einer Diagnose zu gelangen, ist eine umfassende Anamnese notwendig, die viele Ärzte aus Zeitmangel allerdings nicht immer direkt durchführen. Im Fall von Rückenschmerzen wird häufig zunächst von einer degenerativen Erkrankung der Wirbelsäule ausgegangen, die im Rahmen einer klassischen Therapie mit Schmerzmitteln, Spritzen und gezielter Mobilisation oder Physiotherapie behandelt wird. Erst wenn die Schmerzen auch über einen längeren Zeitraum hinweg nicht nachlassen, gehen viele Mediziner zu bildgebenden Diagnoseverfahren wie der Radiologie (Röntgenaufnahme), der CT (Computertomographie) oder der MRT (Magnetresonanztomographie) über, die tiefer liegende Ursachen abbilden und auf diese Weise eine Spondylodiszitis enthüllen können (Ärzteblatt 2008).
Die Diagnose einer Spondylodiszitis beruht in der Regel auf einer Kombination klinischer Untersuchungen, Laborwerten aus einer Blutuntersuchung sowie einem oder mehreren bildgebenden Verfahren. Eine ausführliche körperliche Untersuchung der Wirbelsäule lässt Druckschmerz, Klopfschmerz und eine Schonhaltung des Patienten erkennen; eine Belastung der Wirbelsäule wird in den meisten Fällen vermieden, um den Schmerz nicht weiter zu verstärken. Bleibt die Ursache der Rückenschmerzen dennoch unklar und zeigt beispielsweise das Blutbild Hinweise auf eine Entzündung, wird in der Regel zunächst eine konventionelle Röntgenaufnahme zu Rate gezogen, die aber in der Frühphase einer Spondylodiszitis noch nicht besonders aussagekräftig ist, weil zumeist keine degenerativen Veränderungen der Wirbelsäulenknochen mit der Erkrankung einhergehen. Am deutlichsten zeigt sich eine Spondylodiszitis im MRT, da dieses Verfahren Infektionen abbilden kann (Ärzteblatt 2008).

Differentialdiagnostik – Was kann es noch sein außer eine Spondylodiszitis?

Bevor eine Spondylodiszitis diagnostiziert wird, müssen zunächst andere Rückenerkrankungen, die eine ähnliche Symptomatik haben können, im Zuge einer sogenannten Differentialdiagnostik ausgeschlossen werden. Zu den auszuschließenden Erkrankungen der Wirbelsäule zählen z. B. (Ärzteblatt 2008, DocCheck 2017):

  • erosive Osteochondrose
  • tumorbedingte Destruktion
  • Morbus Scheuermann
  • Spondylarthritis ankylosans
  • osteoporotische und pathologische Frakturen

Therapiemöglichkeiten zur Ausheilung einer Spondylodiszitis

Weil eine Wirbel- bzw. Bandscheibenentzündung starke Schmerzen verursachen kann, sollte der Fokus der Therapie zunächst darauf liegen, den Schmerz zu lindern und dann die Ursachen der Spondylodiszitis zu bekämpfen. Entzündungsherde im Körper bergen, sofern sie nicht auskuriert werden, eine grundsätzliche Gefahr für weitere Erkrankungen und Entzündungen, die, wenn sie auf die Muskulatur und schließlich das Nervensystem übergreifen, erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben und bisweilen sogar lebensbedrohliche Formen annehmen können. Aus diesem Grund kommt, neben der Gabe von Schmerzmitteln, insbesondere der Ausheilung der Entzündung selbst eine zentrale Bedeutung zu. Um diese zu erreichen, wird in der Regel eine Ruhigstellung des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts in Kombination mit einer antibiotischen Therapie verordnet. Die Einnahme entzündungshemmender Antibiotika kann dabei einen Zeitraum von sechs Wochen bis zu drei Monaten umfassen, abhängig von der Größe des Entzündungsherds und dem Verlauf der Rückenschmerzen. Als Alternative zur medikamentösen Therapie kommt in besonders starken oder risikobehafteten Fällen auch ein operativer Eingriff in Frage, etwa wenn die antibiotische Therapie nicht anschlägt, drohende oder bestehende Deformitäten der Wirbelsäule erkennbar sind oder die Entzündung auch den Spinalkanal, durch den das Zentrale Nervensystem verläuft, anzugreifen droht (Ärzteblatt 2008).
Ist die Entzündung dank antibiotischer oder operativer Therapie abgeklungen bzw. ausgeheilt, bleiben in vielen Fällen Restbeschwerden zurück. Ein chronischer, unspezifischer Rückenschmerz ist z. B. dann die Folge einer Spondylodiszitis, wenn die Entzündung zu spät erkannt wurde und bereits den Wirbelknochen und/oder die Bandscheibe dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen hat. Um langfristige Schäden zu vermeiden, sollten Rückenschmerzpatienten mit lang anhaltenden Schmerzen in einem bestimmten Segment der Wirbelsäule, die zudem unter Symptomen einer Entzündung leiden, ihren behandelnden Arzt aktiv auf die Möglichkeit bzw. Vermutung einer Spondylodiszitis ansprechen, damit die entsprechenden Diagnose- und Therapieverfahren Anwendung finden können (Ärzteblatt 2008).

Zusammenfassung: Kurz & knapp

Als Spondylodiszitis bezeichnet man eine Entzündung der Bandscheibe sowie der beiden angrenzenden Wirbelkörper. Sie kann in vielen Fällen nur mit Hilfe von Antibiotika oder einer Operation behandelt werden. Schmerzen können kurzfristig mit Schmerzmedikamenten oder auch mit der Small Fiber Matrix Stimulation behandelt und gelindert werden.

Weiterführende Links und Quellen:

Bomedus Schmerzglossar: bomedus.com/wissen/schmerzglossar/
Webseite Medizinfo: Aufbau der Wirbelsäule
Webseite Medizinfo: Ursachen für Wirbelsäulenentzündungen,
DocCheck Flexikon: Spondylodiszitis,
Deutsches Ärzteblatt: Aktuelle Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis, 2008
Bildquelle: Fotolia Datei: #50012064 | Urheber: adri76