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„Wer Schmerzen erfolgreich behandeln will, muss sie ganzheitlich verstehen und angehen.“

Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Skoliose - Die Seitausbiegung der Wirbelsäule Mädchen häufiger als Jungen

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Die Skoliose ist die am längsten bekannte Erkrankung des Rückens. Sie entsteht häufig bereits im Kindes- und Jugendalter und ist eine Wachstumsdeformität der Wirbelsäule, die für eine seitliche Verschiebung und Rotation der Wirbelkörper sorgt.

Gliederung

  1. Einführung: Die Skoliose
  2. Was ist eine Skoliose?
  3. Wer ist von der Skoliose betroffen und wann tritt sie auf?
  4. Ursachen für eine Skoliose – wie entsteht die Verkrümmung?
  5. Symptome der Skoliose
  6. Diagnose der Skoliose – Wie findet der Arzt heraus, dass ich Skoliose habe?
  7. Therapiemöglichkeiten einer Skoliose – Konservative Therapie als ganzheitlicher, multimodaler Ansatz
  8. Zusammenfassung: Kurz & knapp
  9. Weiterführende Links und Quellen

Wenn Sie wenig Zeit haben und schnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten aus diesem Artikel lesen möchten, dann bitte gehen Sie direkt an das Ende des Textes. Dort finden Sie eine kurze und bündige Zusammenfassung.

Einführung: Die Skoliose

Anders als viele andere Erkrankungen des Rückens ist die Skoliose in vielen Fällen schon in einem frühen Stadium sichtbar, die damit verbundenen Rückenschmerzen aber beginnen erst deutlich später. Im Übergang vom Kindesalter zur Pubertät tritt bei vielen Jugendlichen eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule auf, wobei die Wirbelsäule häufig nicht nur verschoben, sondern auch in sich selbst verdreht ist. Etwa 1-2 % der Deutschen sind von einer Skoliose betroffen, womit diese Erkrankung deutlich seltener auftritt als beispielsweise Bandscheibenvorfälle oder Wirbelgleiten..

Was ist eine Skoliose?

Eine Skoliose entsteht in der Wachstumsphase und wird als seitliche Ausbiegung der Wirbelsäule definiert. Wenn ein Mensch gerade steht, lässt sich eine Skoliose von hinten gesehen sehr gut erkennen. Während eine gesunde Wirbelsäule eine gerade Linie vom Nacken bis zum Gesäß zeigt, ist bei einer Skoliose eine Verschiebung zur Seite erkennbar, die mehr oder weniger deutlich ausfallen kann, abhängig vom Krankheitsstadium. Selbst wenn man versucht, sich gerade aufzurichten, lässt sich diese Seitausbiegung nicht verkennen – die Wirbelsäule ist nicht in der Lage, sich aktiv gerade auszurichten (Medizinfo 2017).
Die Bezeichnung Skoliose kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Krümmung“ (von griech. skolios, „krumm“). Die seitliche Krümmung der Wirbelsäule wird zumeist begleitet von einer Verformung (Deformierung) sowie einer Verdrehung der Wirbelkörper, die sich auf den gesamten Aufbau des Rückenskeletts auswirken kann. Indem sich die Wirbelsäule verdreht, verschieben sich die Rippen, die links und rechts aus den Brustwirbeln austreten. Auf der Außenseite der Seitausbiegung kann ein sogenannter Rippenbuckel entstehen, der mit bloßem Auge leicht erkennbar ist. Die innen liegende Gegenseite bezeichnet man als Rippental. Über diese Verschiebung hinaus kann sich auch der Stand von Schultern und Becken verändern sowie die Rückenmuskulatur im Lendenwirbelbereich verschoben werden, außerdem wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule eingeschränkt (Gesundheit.de 2017, Medizinfo 2017).

In diesem Video erklärt Dr. Tobias Weigl die Wirbelsäule mit Ihren vier wichtigen Abschnitten: Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule und den sakralen Bereich. Das Verständnis der Anatomie der Wirbelsäule ist wichtig, um Ursachen, Symptome und Therapie der Skoliose besser nachvollziehen zu können. Schauen Sie sich gerne dieses Video an.

Von der echten Skoliose unterschieden werden muss die sogenannte skoliotische Fehlhaltung: Hierbei handelt es sich um einen Kompensationsmechanismus, den der menschliche Körper anwendet, wenn beispielsweise die Beine nicht gleich lang sind. Um das verkürzte Bein auszugleichen, verschiebt sich das Becken in einen Schiefstand, der sich wiederum auf die Krümmung der Wirbelsäule auswirkt. In der Abgrenzung zur Skoliose gelingt es den Betroffenen in der Regel, die Wirbelsäule aktiv wieder aufzurichten und der Fehlhaltung z. B. mit Schuheinlagen langfristig entgegenzuwirken (Gesundheit.de 2017, Medizinfo 2017).

Im folgenden Beitrag von Video-Visite erklärt Dr. Tobias Weigl die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Skoliose. Schauen Sie sich gerne dieses Video an.

Wer ist von der Skoliose betroffen und wann tritt sie auf?

Typisch für die Skoliose ist ihre frühe Entstehung. Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen der Wirbelsäule tritt sie nicht erst in höherem Lebensalter oder aufgrund einer zu hohen Belastung des Rückens auf, sondern während des Wachstums. Vor allem Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 12 Jahren sind von der Verformung betroffen, die im Übergang zur Pubertät, wenn sich der Körper merklich verändert und Wachstumsschübe eintreten, gehäuft auftritt.

  • 90 % der Fälle werden im Alter von 10-12 Jahren diagnostiziert
  • Mädchen sind 3-5 mal häufiger betroffen als Jungen

Weil der Körper und insbesondere der Rücken von Kindern aber noch nicht so starken Belastungen ausgesetzt ist wie der eines Erwachsenen, leiden die wenigsten Kinder körperlich unter einer Skoliose. Viel schlimmer wird häufig die von außen sichtbare Deformierung bewertet, die psychische Leiden hervorrufen kann.

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Ursachen für eine Skoliose – wie entsteht die Verkrümmung?

Die Skoliose ist eine Erkrankung, die eng mit der Wachstumsphase von Kindern und Jugendlichen zusammenhängt. Die eigentlichen Ursachen sind nicht vollständig erforscht, die Medizin vermutet allerdings, dass hier mehrere Faktoren zusammenkommen. Man spricht auch von einer multifaktoriellen Ursache. Als auslösende Faktoren werden u. a.

  • Wachstumsphase
  • hormonelle Veränderungen
  • genetische Faktoren

vermutet. In rund 80 % der Fälle aber ist die Ursache nicht bekannt.
Um die Skoliose besser beschreiben und die geeigneten Therapiemaßnahmen entwickeln zu können, teilt man die Skoliose nach unterschiedlichen Kriterien ein. Dabei unterscheidet die Medizin einerseits die Höhe der Verkrümmung und teilt die Skoliose in drei Abschnitte auf: die thorakale Skoliose, die im Bereich der Brustwirbelsäule auftritt, die thorakolumbale Skoliose, die im mittleren Bereich des Rückens liegt, und die lumbale Skoliose, die den unteren Teil der Wirbelsäule betrifft. In den meisten Fällen zeigt die Wirbelsäule in ihrer Seitausbiegung nach rechts; in der Fachsprache wird diese als rechts-konvexe Skoliose bezeichnet. In extremen Fällen der Skoliose kann die Krümmung des Rückens zudem an mehreren Stellen eintreten, so dass die Wirbelsäule eine doppelte S-Krümmung annimmt. Diese Form bezeichnet man als thorakale und lumbale Skoliose (Thieme 2009, Medizinfo 2017).
Ein weiteres Kriterium zur Einteilung der Skoliose ist das Alter, in dem sie auftritt. Obwohl sie vor allem im Kindesalter zwischen 10 und 12 Jahren auftritt, können auch schon bei jüngeren Kindern Deformierungen der Wirbelsäule mit einer seitlichen Ausbiegung beobachtet werden, die unter dem Begriff „idiopathische Skoliose“ zusammengefasst werden. Je nach Alter zum Zeitpunkt der Diagnose unterscheidet man deshalb zwischen einer Säuglingsskoliose (bis 1. Lebensjahr), einer infantilen Skoliose (bis 4 Jahre), einer juvenilen Skoliose (bis 10 Jahre) und einer adoleszenten Skoliose (ab 11 Jahre) (Thieme 2009).
In seltenen Fällen (rund 10 % der Betroffenen) beruht die Skoliose nicht auf dem Wachstum, sondern auf genetischer Veranlagung. Eine solche angeborene Skoliose kann aufgrund von falsch angelegten Wirbeln entstehen (kongenitale Skoliose), aber auch durch Nerven- oder Muskelstörungen (neuromuskuläre Skoliose). Ausgeschlossen werden müssen bei der Diagnose der Skoliose daher Krankheiten wie Morbus Scheuermann, Muskelschwund oder tumor- bzw. entzündungsbedingte Formen der Skoliose (Gesundheit.de 2017).

Symptome der Skoliose

Die Skoliose äußert sich in den meisten Fällen zunächst durch die anatomische Veränderung des Rückens. Rückenbeschwerden oder schmerzhafte Symptome entstehen häufig erst in späteren Stadien der Wirbelsäulenverkrümmung, und zwar deutlich nach der sichtbaren Verschiebung. Wenn Kinder beispielsweise eine dauerhafte Fehlhaltung mit einer zur Seite verschobenen Wirbelsäule zeigen, ist eine Form der Skoliose mit hoher Wahrscheinlichkeit der Auslöser. Typische Merkmale einer Skoliose, weshalb sie vergleichsweise leicht zu erkennen ist, sind (, Gesundheit.de 2017):

  • Seitausbiegung nach rechts oder nach links
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • asymmetrische Taillendreiecke (der Raum zwischen der Taille und den gerade nach unten hängenden Armen)
  • Rippenbuckel mit Lendenwulst (die eingeengte Lendenmuskulatur wölbt sich vor)
  • verschobener Schulterstand (Schultern nicht auf einer Höhe)
  • verringerte Länge des Rumpfes
  • beeinträchtigte Atmung
  • Rückenschmerzen
  • Belastung anderer Gelenke

Abhängig davon, in welchem Bereich der Wirbelsäule die Deformierung bzw. Krümmung auftritt, können die Beweglichkeit und somit auch die Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein. Darüber hinaus kann die Atmung betroffen sein: Weil sich die Rippen verschieben, erhält der Brustkorb eine neue, deformierte Form, die die Herz- und Lungentätigkeit beeinträchtigen kann. Handelt es sich nicht um eine thorakale, sondern eine lumbale Skoliose, können zudem Organe in der Bauchhöhle zusammengedrückt werden und in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt sein (Gesundheit.de 2017).

Diagnose der Skoliose – Wie findet der Arzt heraus, dass ich Skoliose habe?

Weil die Skoliose in vielen Fällen schon von außen mit bloßem Auge erkennbar ist, ist auch die Diagnose der Wachstumserkrankung relativ einfach. Je weiter die Deformation fortgeschritten ist, desto besser ist die Seitausbiegung sichtbar und lässt kaum andere Vermutungen zu als eine Skoliose. Einen wichtigen Part der Diagnose stellt das Gespräch zwischen Patient und Arzt dar, der erfahren muss, wie alt der Betroffene ist und in welchem Stadium der Pubertät er sich befindet. Für Diagnose und Therapie handelt es sich dabei um eine richtungsweisende Information, denn solange die Wachstumsphase nicht abgeschlossen ist, unterliegt die Wirbelsäule möglicherweise weiteren, wachstumsbedingten Veränderungen und Verschiebungen. Auf das Arztgespräch folgt in der Regel eine körperliche Untersuchung des Rückens. Für die Diagnose einer Skoliose sind die Form des Rückens, der Beckenstand und die Höhe der Schultern ausschlaggebend (Gesundheit.de 2017).
Abschließend dient eine Röntgenaufnahme dazu, die erste Diagnose zu bestätigen. Mit der sogenannten Messmethode nach Cobb kann der behandelnde Arzt den Grad der Krümmung auf dem Röntgenbild beurteilen und aufgrund des Befunds die entsprechenden Therapiemaßnahmen einleiten. Liegt der Cobb-Wert bei mehr als 10-15°, handelt es sich aus medizinischer Sicht um eine Skoliose (, Medizinfo 2017).

Therapiemöglichkeiten einer Skoliose – Konservative Therapie als ganzheitlicher, multimodaler Ansatz

Weil die Skoliose, wenn sie nicht oder nur kurzzeitig behandelt wird, sich zu einer chronischen Erkrankung mit chronischem Schmerzmuster ausweiten kann, besteht die Behandlung im Sinne einer multimodalen Therapie aus mehreren Bausteinen, die einzeln oder in Kombination angewendet werden können. Dem behandelnden Arzt fällt dabei die Aufgabe zu, den Patienten so anzuleiten, dass er im Anschluss an beispielsweise eine Physiotherapie selbst an seiner Haltung arbeiten kann und auch langfristig keine Schmerzen oder körperliche Beeinträchtigungen auftreten (Gesundheit.de 2017).

Die Behandlungsform, die nach der Diagnose einer Skoliose ergriffen wird, richtet sich in vielen Fällen nach dem Ausmaß der Wirbelsäulenkrümmung. Folgende Maßnahmen können verschrieben werden:

  • bis 20° Krümmung: Physiotherapie, Krankengymnastik
  • 20-ca. 40° Krümmung: Physiotherapie in Kombination mit einem Korsett (solange sich der Patient noch im Wachstum befindet)
  • mehr als 40°-45° Krümmung: Operation zur Aufrichtung und Stabilisierung der Wirbelsäule (bei gleichzeitiger Bewegungsminderung)

Über die therapeutischen Maßnahmen hinaus müssen Kinder und Jugendliche, die von einer Skoliose betroffen sind, lernen, wie sich richtig mit ihrem Rücken umgehen. Eine Schulung und Korrektur der Haltung sowie das Trainieren von Körpergefühl und Bewegungsempfinden kann Kindern mit einer Skoliose helfen, auch nach der Physiotherapie oder dem Ablegen eines Korsetts eigenständig an einem gesunden Rücken zu arbeiten (Gesundheit.de 2017).
Weil es keine Präventivmaßnahmen gibt, die eine Skoliose verhindern oder verzögern können, sollten Eltern darauf achten, ob ihre Kinder über Rücken- oder Gelenkschmerzen klagen, und bei einem Besuch beim Kinderarzt oder Orthopäden die Haltung des Rückens überprüfen lassen. Je früher eine Skoliose erkannt wird, desto besser lässt sie sich therapieren, ohne dass es zu einer deutlich sichtbaren Seitausbiegung kommt. Wird eine Skoliose erst spät oder gar nicht erkannt und dementsprechend auch nicht oder zu spät behandelt, kann die Verkrümmung der Wirbelsäule Langzeitfolgen in Form von chronischen, nicht therapierbaren Schmerzen haben, denn je länger die seitliche Verschiebung und die Verdrehung der Wirbel anhalten, desto stärker wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule eingeschränkt, bis es zu einer Versteifung kommt (Gesundheit.de 2017).

Zusammenfassung: Kurz & knapp

Die Skoliose ist eine typische Erkrankung des jüngeren Alters. Mädchen sind viel häufiger betroffen als Jungen. Die Ursachen sind nicht richtig bekannt, genetische Faktoren spielen aber eine wichtige Rolle. Im Röntgenbild wird die Skoliose anhand des sog. Cobb-Winkels beurteilt. Die Therapie erfolgt stadiengerecht, wobei man drei Stadien unterscheidet. Nur in den wenigsten Fällen ist eine Operation notwendig. Ansonsten sollte die konservative Therapie immer ganzheitlich und multimodal erfolgen.

Weiterführende Links und Quellen

Bomedus Schmerzglossar: https://bomedus.com/wissen/schmerzglossar/
Bomedus: Spezifische Rückenschmerzen – Ursachen von Rückenschmerzen & Wirbelsäulenverletzungen, https://bomedus.com/wissen/leitartikel/46_spezifische-rueckenschmerzen-ursachen-von-rueckenschmerzen-wirbelsaeulenverletzungen/, 2014
Thieme, Orthopädie und Unfallchirurgie, 6. Auflage, 2009
Gesundheit.de: Skoliose, Stand 03.2017
Medizinfo: Was ist Skoliose?, Stand 03.2017
Bildquelle: Fotolia Datei: #74191598 | Urheber: Stasique