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Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Fibromyalgie und chronische Schmerzen

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Fibromyalgie ist eine rheumatische Erkrankung, die starke Muskelschmerzen verursacht. Bislang kennt die Forschung die Ursache für die chronische Rückenkrankheit nicht.

Gliederung

  1. Einführung Fibromyalgie
  2. Was ist Fibromyalgie?
  3. Ursachen für Fibromyalgie – wie entsteht die Muskelverhärtung?
  4. Symptome der Fibromyalgie
  5. Diagnose der Fibromyalgie
  6. Therapiemöglichkeiten für das Fibromyalgie-Syndrom
  7. Zusammenfassung: Kurz & knapp
  8. Quellen und weiterführende Links

Wenn Sie wenig Zeit haben und schnell eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten aus diesem Artikel lesen möchten, dann bitte gehen Sie direkt an das Ende des Textes. Dort finden Sie eine kurze und bündige Zusammenfassung.

Einführung Fibromyalgie

Rückenschmerzen zählen zu den hauptsächlichen Ursachen für Arztbesuche sowie Krankschreibungen. Kann der behandelnde Arzt aber keine Ursache für die Erkrankung feststellen, lassen sich lediglich die Symptome, in diesem Fall der Schmerz, durch Medikamente betäuben. Eine Erkrankung, die häufig erst nach langer Suche erkannt wird, ist die Fibromyalgie. Viele Betroffene leiden oft jahrelang unter den schmerzhaften Symptomen und suchen verschiedene Ärzte auf, ohne dass je eine Ursache festgestellt werden kann. Oftmals werden die Betroffenen aufgrund der nicht nachweisbaren Symptome nicht einmal ernst genommen (Gesundheit.de 2016).
Die Fibromyalgie äußert sich durch eine Verhärtung in der Muskulatur. Schmerzhaft ist die Erkrankung deshalb, weil die Verhärtung dauerhaft bestehen kann. Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung ungeklärter Ursache, die im Gegensatz zu den meisten rheumatischen Erkrankungen nicht entzündlich ist (Gesundheit.de 2016).

Was ist Fibromyalgie?

Wie die meisten Krankheitsbilder kennt die Fibromyalgie verschiedene Namen. Sie wird auch als generalisierte Tendomyopathie, Fibrositis-Syndrom, Myogelosen oder Muskelhartspann bezeichnet. Wörtlich übersetzt, bedeutet Fibromyalgie so viel wie „Faser-Muskel-Schmerz“. Sofern die Muskelverhärtung oberflächlich gelagert ist, kann sie gut ertastet werden. Ausgelöst wird die Verhärtung durch einen Dauertonus des Muskels, d. h. der Muskel ist dauerhaft angespannt. Man bezeichnet dies auch als reflektorisch ausgelösten Dauertonus. Der Schmerz tritt generalisiert im gesamten Oberkörper auf: Betroffen sind der Wirbelsäulenbereich, der vordere Brustkorb sowie beide Körperhälften ober- und unterhalb der Taille. Nicht nur die Muskeln selbst, sondern auch das Bindegewebe und die Sehnenansätze scheinen zu schmerzen, wodurch sich die Betroffenen müde, abgeschlagen und krank fühlen (Thieme 2009, DGSS 2012, Netdoktor 2013).
Weil die Schmerzen nicht den Bewegungsapparat selbst betreffen, lassen sich im Hinblick auf Diagnose und Behandlung selbst mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder einem CT/MRT keine Veränderung an Gelenken oder Knochen finden. Auch Laboruntersuchungen fördern in der Regel keine Ergebnisse zutage, da die Fibromyalgie nicht entzündlich ist und somit auch im Blut oder im Gewebe keine Veränderungen feststellbar sind – zwei wichtige Gründe dafür, dass die Diagnose auch nach einem langen Zeitraum nicht mit Sicherheit gestellt werden kann oder die Betroffenen nicht ernst genommen werden (Gesundheit.de 2016).
Epidemiologisch betrachtet, tritt Fibromyalgie vorrangig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Frauen sind mit einem Verhältnis von ca. 6:1 häufiger betroffen als Männer. Insgesamt leiden etwa 0,7 bis 3,2 Prozent der Gesamtbevölkerung an der Erkrankung (Thieme 2009, Netdoktor 2013).

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Ursachen für Fibromyalgie – wie entsteht die Muskelverhärtung?

Wie das Fibromyalgie-Syndrom entsteht und welche Ursache hinter der Erkrankung liegt, ist unklar. Der Dauertonus des Muskels, der für die Verhärtung verantwortlich ist, scheint reflektorisch ausgelöst zu werden. Dafür kommen sowohl Autoimmunmechanismen als auch psychosomatische oder psychogene Ursachen in Frage. Die medizinische Forschung vermutet unter den Ursachen zudem eine funktionelle Störung der Schmerzverarbeitung im Gehirn – obwohl keine messbare Schädigung der Nervenzellen vorliegt, entstehen typische Beschwerden. In diesem Zusammenhang lässt sich jedoch bislang kein auslösendes Ereignis finden, das die Fibromyalgie verursacht (Thieme 2009, DGSS 2012, Gesundheit.de 2016).
Weil Fibromyalgie innerhalb von Familien gehäuft auftreten kann, besteht die Vermutung einer erblichen Ursache, allerdings gibt es dafür keine Belege aus der Forschung. Die Erkrankung könnte also sowohl vererbt werden als auch durch bestimmte Umweltbedingungen hervorgerufen werden. Ein Zusammenhang scheint zwischen den Symptomen der Fibromyalgie und der Aktivität diverser Hormone zu bestehen. Eine Schlafstörung kann beispielsweise eine hormonelle Dysbalance oder Störungen des Immunsystems hervorrufen, die wiederum die Symptomatik der Fibromyalgie erklären können. Doch auch in diesem Zusammenhang kennt man bislang keinen erklärenden Auslöser, und vermutet daher, dass eine gewisse Veranlagung für die Erkrankung bestehen muss (Netdoktor 2013, Gesundheit.de 2016).

Symptome der Fibromyalgie

Der bereits erwähnte generalisierte Schmerz, der den gesamten Oberkörper betrifft, ist das Hauptmerkmal der Fibromyalgie. Ausgelöst durch den Schmerz selbst, der wiederum durch die Muskelverhärtung entsteht, kommt es zu weiteren Symptomen, die typisch für die Fibromyalgie sind:

  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Morgensteifigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Sensibilitätsstörungen

Diese Symptome werden von weiteren Krankheitserscheinungen begleitet. Neben kalten Händen und Füßen neigen die Betroffenen zu Schwitzen oder Zittern und können Gleichgewichtsstörungen haben. Es kann auch zu funktionellen Herz-Kreislauf-Störungen, gastrointestinalen Störungen oder Blasen- und Magendarmstörungen kommen. Treten darüber hinaus psychische Störungen oder eine Depression auf, ist sich die Forschung unsicher, ob diese auf die Erkrankung zurückzuführen sind oder sich erst im Laufe der Suche nach einer Diagnose entwickeln (DGSS 2012, Gesundheit.de 2016).

Diagnose der Fibromyalgie

Da die Fibromyalgie nicht auf eine erklärbare, mit diagnostischen Verfahren zu ermittelnde Ursache zurückgeht, ist es wichtig, die Symptome der Erkrankung zu kennen und bei gehäuftem Auftreten zu reagieren. Als Faustregel kann man sagen, dass ein Schmerz, der mindestens drei Körperbereiche betrifft, im Oberkörper lokalisiert ist, und mindestens drei Monate anhält, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Fibromyalgie hindeutet (Gesundheit.de 2016).
Für die diagnostische Untersuchung können bei der klinischen (körperlichen) Untersuchung die sogenannten schmerzhaften Druckpunkte überprüft werden. Diese Punkte werden auch als Tenderpoints bezeichnet und liegen in den Bereichen, wo Muskeln in Sehnen übergehen: dem Nacken- und Lendenbereich, dem Schulter- und Beckengürtel, an Knien und Ellenbogen. Sind mindestens 11 der insgesamt 18 Tenderpoints druckempfindlich, ist es wahrscheinlich, dass eine Fibromyalgie vorliegt, allerdings ist die Überprüfung der Druckpunkte nicht zwingend notwendig, um die Diagnose zu stellen (Thieme 2009, DGSS 2012, Netdoktor 2013, Gesundheit.de 2016).
Weil sowohl bildgebende Diagnoseverfahren als auch Laboruntersuchungen keine gesicherten Ergebnisse zur Diagnose der Fibromyalgie beitragen können, sollten sie lediglich eingesetzt werden, um andere Rückenerkrankungen, die z. B. entzündlich und somit an den Knochen und Gelenken erkennbar wären, auszuschließen. Aufgrund der Symptome könnten in der Differentialdiagnostik sämtliche entzündlichen rheumatischen Erkrankungen sowie das Chronic Fatigue Syndrome, Infektionskrankheiten, Vitamin D-Mangel, Arzneimittelnebenwirkungen oder Osteoporose in Frage kommen und müssen ausgeschlossen werden (Netdoktor 2013, Gesundheit.de 2016).

Therapiemöglichkeiten für das Fibromyalgie-Syndrom

Die Behandlung der Fibromyalgie ist multimodal aufgebaut, d. h. sie besteht aus verschiedenen Komponenten. Neben Medikamenten zur Linderung der Schmerzen kommen auch Krankengymnastik und physikalische Therapieansätze zum Einsatz. Eine besonders wichtige Komponente im Umgang mit einer Fibromyalgie ist Bewegung: Weil man die genaue Ursache der Erkrankung nicht kennt und sie einen chronischen Verlauf nimmt, verlieren die meisten Patienten die Beschwerden nie ganz – die Betroffenen können ihre Lebensqualität jedoch durch einen gezielt auf die Krankheit zugeschnittenen Tagesablauf steigern, um den Schmerz auf ein niedriges Maß zu bringen. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser ist letztlich auch der Verlauf (Thieme 2009, Netdoktor 2013, Gesundheit.de 2016).
Ein Ausdauertraining kombiniert mit einer Patientenschulung, die durch den behandelnden Arzt oder einen Physiotherapeuten erfolgen kann, ermöglicht Fibromyalgie-Patienten ein weitgehend schmerzfreies Leben. Vor allem ein regelmäßiger Biorhythmus auf der Grundlage eines Wach-Schlafrhythmus’ mit täglich gleichen Einschlafzeiten trägt dazu bei. Auf der physikalischen Ebene können Massagen sowie Wärmetherapie und Elektrotherapien eine Verbesserung des Gesundheitszustands bewirken. Eine sowohl schmerzlindernde als auch vorbeugende Wirkung hat tägliche Bewegung, die zunächst in Form von Krankengymnastik verschrieben werden kann, im weiteren Verlauf aber durch den Patienten selbst durchgeführt werden muss. Die tägliche sportliche Betätigung kann durch Tai Chi, Qui Gong oder ergotherapeutische Maßnahmen ergänzt werden (DGSS 2012, Gesundheit.de 2016).
Im Bereich der medikamentösen Behandlung sollte beachtet werden, dass klassische Antirheumatika (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) keine positive Wirkung erzielen können – sie sind auf entzündliche Erkrankungen ausgerichtet, die Fibromyalgie jedoch ist nicht entzündlich.

In diesem Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl Vor- und Nachteile bzw. die Wirkung, Nebenwirkungen und richtigen Dosierungen der Schmerzmittel Ibuprofen und Diclofenac.

Stattdessen verschreiben Ärzte in der Regel Antidepressiva und Schlafmittel – insbesondere letztere können durch die Beeinflussung der Tiefschlafphase die Symptome der Fibromyalgie positiv beeinflussen. Abgerundet werden kann die Therapie der Fibromyalgie durch Akupunktur, Homöopathie oder eine psychologische Behandlung (Gesundheit.de 2016).

Über die Rolle von Antidepressiva speziell bei Fibromyalgie handelt das folgende Video von Dr. Tobias Weigl. Schauen Sie sich dieses gerne an.

Zusammenfassung: Kurz & knapp

Fibromyalgie ist eine rheumatische Erkrankung, die starke Muskelschmerzen verursacht. Bislang kennt die Forschung die Ursache für die chronische Rückenkrankheit nicht.

Die Behandlung der Fibromyalgie ist multimodal aufgebaut, d. h. sie besteht aus verschiedenen Komponenten. Neben Medikamenten zur Linderung der Schmerzen kommen auch Krankengymnastik und physikalische Therapieansätze zum Einsatz. Eine besonders wichtige Komponente im Umgang mit einer Fibromyalgie ist Bewegung. Neue Therapieansätze wie z.B. durch die Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS) können in der Zukunft vielleicht eine weitere wichtige Therapieoption darstellen.

Quellen und weiterführende Links

Gesundheit.de: Fibromyalgie, 2016
Thieme: Orthopädie und Unfallchirurgie, Kapitel Fibromyalgie, S. 196, 2009
Netdoktor: Fibromyalgie-Syndrom, 2013
DGSS/Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.: Fibromyalgie-Syndrom, 2012
Bildquelle: Datei: #103079740 | Urheber: thingamajiggs