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„Wer Schmerzen erfolgreich behandeln will, muss sie ganzheitlich verstehen und angehen.“

Dr. Tobias Weigl

Dr. Tobias Weigl

Schmerzen und Alkohol - 8 Fakten die Sie kennen sollten

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Fakt 1: Alkoholrausch ab zwei Promille verschleiert die Schmerzen

Das zentrale Nervensystem (ZNS) ist ein wichtiges Zielorgan von Alkohol. Alkohol kommt als kleines Molekül durch jede Zellwand des Körpers, wird schnell aufgenommen und verteilt sich schnell im Körper.
Nach dem Trinken von Alkohol wird dieser bereits im Mund und Halsbereich resorbiert. Der Hauptteil aber wird im Magen und Dünndarm vom Körper aufgenommen. Wie schnell Alkohol aufgenommen wird und damit auch seine schmerzlindernde Wirkung entfaltet, hängt davon ab ob man vorher etwas gegessen hat, sowie von der Art des Alkohols. Kohlensäurehaltige Getränke, wie z.B. Sekt, beschleunigen die Alkoholaufnahme, da sie die Magen- und Darmwand mechanisch reizen und die Durchblutung der Schleimhaut fördern.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Alkohol spezifische neuronale Bereiche angreift. Dabei sind sog. Rezeptoren und Signalwege von Neurotransmittern betroffen.

Acetylcholin

Alkohol bewirkt eine verminderte Acetylcholin-Konzentration. Rezeptoren für Acetylcholin befinden sich u.a. an der Muskulatur, dem Gehirn und dem Herzen. Die Wirkung an der Muskulatur führt zu dem bekannten unsicheren Gang. Das Herz wiederum schlägt langsamer. Die unsicheren Bewegungen resultieren darüber hinaus wahrscheinlich auch von einer Durchblutungsverminderung im Kleinhirn, welches für Ablauf und Koordination der Motorik zuständig ist.

Dopamin

Alkohol bewirkt einen Anstieg von Dopamin und damit einen positiven Einfluss auf das körpereigene Hirn-Belohungssystem sowie auf eine verbesserte Stimmung

Serotonin und Noradrenalin

Alkohol bewirkt einen Rückgang der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin. Dadurch steigen aggressives und depressives Verhalten.

Endorphine und Enkephaline

Durch erhöhten Alkoholkonsum kommt es zu einem Anstieg der Endorphine und Enkephaline. Dieser Anstieg bewirkt ein sog. Glücksgefühl und Euphorie.

Glutamat

Alkohol bewirkt einen Rückgang von körpereigenem Glutamat. Als Folge kommt es zu einer kognitiven Beeinträchtigung sowie zu einer verschlechterten Gedächtnisfunktion.

GABA

Besonders gut nachgewiesen ist die verstärkende Wirkung von Alkohol auf den hemmenden GABA-Rezeptor. So kommt es zu einer gehemmten Schmerzwahrnehmung und -empfindung.  Ab zwei Promille Alkohol im Blut überwiegen die Zeichen der Narkose, bei Alkoholikern kann sich jedoch diese Grenze merklich nach oben verschieben.

In diesem Beitrag von Video-Visite erklärt Dr. Tobias Weigl die wesentlichen Fakten auf youtube. Fakten zum Thema Alkohol und Schmerz bzw. Schmerzen und Alkohol verständlich erklärt.

Fakt 2: Alkohol verletzt Nerven und Nervensystem

Die schlimmsten Veränderungen des Nervensystems aufgrund regelmäßigen Alkoholkonsums sind Polyneuropathien, Wernicke-Encephalopathie und Korsakow-Psychose.
Neben Diabetes mellitus ist chronischer Alkoholmissbrauch die häufigste Ursache peripherer Polyneuropathien. Die Polyneuropathie ist ein typischer neuropathischer Schmerz bzw. sog. Nervenschmerz. Ganz allgemein entstehen neuropathische Schmerzen durch eine Verletzung bzw. Schädigung von Neuronen und/ oder Nerven. Bei der Polyneuropathie handelt es sich um eine Schädigung v.a. dünner Nervenfasern (sog. Small Fibers) und eine distale Axonopathie. Es entstehen sog. Parästhesien (unangenehme, manchmal schmerzhafte Körperempfindungen mit Kribbeln, Taubheit, Einschlafen der Glieder, Kälte- und Wärmewahrnehmungsstörungen) und Schmerzen zunächst an Händen und Füßen. Eine gezielte Therapie der Polyneuropathie ist u.a. durch die sog. Small Fiber Matrix Stimulation möglich.

Fakt 3: Alkohol als Auslöser bzw. Triggerfaktor einer Migräne

Bei Migräne wirkt sich Alkohol wegen der gefäßerweiternden Wirkung ebenfalls negativ aus. Bei 20-30% der Migränepatienten ist Alkohol ein sicherer Auslöser und oftmals reicht bereits ein Glas. Dabei fällt manchen Betroffenen auf, dass Weine bzw. bestimmte Weinsorten und Sekt gehäuft Migräne auslösen. Wichtig: Alkohol bzw. die Gefäßveränderungen sind nicht die Ursache einer Migräne-Attacke sondern ein wichtiger Auslöser bzw. sog. Triggerfaktor.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass oft nicht allein das alkoholische Getränk eine Rolle spielt, sondern vor allem die Tages- bzw. Uhrzeit, zu der der Alkohol getrunken wird. So gibt es häufig Menschen, bei denen Sekt nach 20 Uhr folgenlos bleibt, am Vormittag nach einem Sektfrühstück oder am frühen Nachmittag bei der Verabschiedung eines Arbeitskollegen hingegen sehr sicher eine Migräneattacke ausgelöst wird.

Weiterführende Empfehlung: Thema Migräne und Kopfschmerzen hier nachlesen.

Fakt 4: Veränderter Flüssigkeitshaushalt nach „durchzechter“ Nacht macht Kopfschmerzen

Alkohol verändert den Flüssigkeitshaushalt. Vor allem nach einer „durchzechten“ Nacht verliert man spürbar mehr Flüssigkeit als man aufnimmt. Grund dafür ist die verminderte Ausschüttung des sog. antidiuretischen Hormons (ADH). Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Körper Wasser zurückbehält, also dass man weniger auf die Toilette muss. Da Alkohol die Freisetzung hemmt, muss man vermehrt Wasser lassen und es kommt im Körper zu einem Flüssigkeitsmangel bis hin zur Dehydration. Dieser Flüssigkeitsmangel ist häufig direkt verantwortlich für Kopfschmerzen. Darüber hinaus kann sich der Mangel an ADH auch auf die Gehirnflüssigkeit negativ auswirken. Das Gehirn, das normalerweise von Flüssigkeit umgeben ist, reagiert wiederum empfindlich auf Bewegungen und so können schließlich ebenfalls Kopfschmerzen verursacht werden.

Fakt 5: Giftige Stoffe nach „durchzechter“ Nacht machen ebenfalls Kopfschmerzen

Alkohol wird in der Leber abgebaut. Dabei entsteht ein giftiger Stoff, das sog. Acetaldehyd, welches wiederum zu Ethanol umgewandelt wird. Diese giftigen Zwischen-/Endprodukte verursachen Übelkeit und Kopfschmerzen. Von entscheidender Bedeutung für diese Umwandlung bzw. den Abbau von Alkohol ist das Enzym Alkoholdehydrogenase. Die Menge dieses Enzyms ist von Person zu Person unterschiedlich und bestimmt, wie schnell der getrunkene Alkohol im Körper abgebaut wird. Wie viel Alkohol ein Mensch verträgt ist u.a. von diesem Faktor abhängig (aber auch von Gewicht, ob man vorher was gegessen hat etc.). Es ist bekannt, dass bis zu 50% der Japaner, Chinesen und Vietnamesen, aber auch manche Ureinwohnervölker (z.B. die Aborigines in Australien) häufig nur geringe Mengen an Alkoholdehydrogenase im Körper haben und somit weniger Alkohol „vertragen“ und schneller ein sog. Flush-Syndrom erhalten (rotes Gesicht). Prinzipiell gilt: Frauen haben weniger von den Alkohol abbauenden Enzymen als Männer.
Beim Gärungsprozess entstehen in sehr kleinen Mengen die sogenannten Begleitalkohole (oder auch Fuselalkohole genannt). Sie sind giftig und werden langsamer abgebaut als normaler Alkohol, sodass sie am nächsten Tag noch nachwirken. Begleitalkohole sind für den Katereffekt, einschließlich der Kopfschmerzen, mitverantwortlich und haben einen negativen Effekt auf Herz, Leber, Nieren und Nervensystem. Neben Kopfschmerzen verursachen sie auch eine veränderte Schmerzsensibilität bzw. -empfindlichkeit.

Fakt 6: 1,3 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig und 70.000 pro Jahr sterben daran

Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung alkoholabhängig, mehr als neun Millionen trinken Alkohol "in gesundheitlich riskanter Form". Eine andere Zahl: Jeder 5. Patient, der in ein Krankenhaus aufgenommen wird, betreibt chronischen Alkoholmissbrauch. Dazu gibt es in Deutschland knapp 25.000 Mitglieder der Anonymen Alkoholiker, die durchschnittlich 60 Jahre alt werden und somit kürzer leben als der Durchschnitt (Quelle: Anonyme Alkoholiker). Entzugssymptome wie Zittern, Herzrasen, Bluthochdruck, Angst und häufig auch Kopf- und Gliederschmerzen, werden durch das abrupte Absetzen eines chronischen starken Alkoholkonsums hervorgerufen. Viele Alkoholabhängige haben regelmäßig Kopf- und Gliederschmerzen.
Insgesamt sterben über 70.000 Menschen in Deutschland jährlich durch  Alkoholmissbrauch.

Tabelle: Akute Auswirkungen von Alkohol auf unseren Körper bzw. unsere Organe

Fakt 7: Ohne Alkohol ging es nicht

Schon viele Jahrhunderte vor Christi wurden alkoholische Getränke (chemischer Name: Ethylalkohol) zur Betäubung und Schmerzlinderung eingesetzt. Bereits Hippokrates benutzte Alkohol, um sich dem „schrecklichen Übel Schmerz“ nicht widerstandslos zu beugen. Ganz gezielt begannen die Römer Alkohol für medizinische Zwecke einzusetzen, beispielsweise bei der Seuchenbekämpfung, Steinleiden und Amputationen. Cäsars Soldaten mussten täglich einen Liter Wein trinken, um ansteckende Krankheiten vorzubeugen und die ersten „professionellen“ Sanitäter hatten immer hochprozentigen Alkohol zur Schmerzbetäubung auf dem Schlachtfeld dabei.
Der Schmerz wurde jedoch häufig nur betäubt, die Krankheit aber nicht geheilt. Darüber hinaus verzögert Alkoholkonsum den Genesungsprozess. Der Abbau von Alkohol verbraucht Energie, die der Körper benötigt, um gesund zu werden.
Der italienische Arzt und Bischof Theodoric von Lucca entwickelte zum Zwecke chirurgischer Schmerzminderung Schwämme, die mit Opium, Mandragora und/ oder Alkohol getränkt waren. Bis ins Mittelalter galten Alkohol und nicht selten auch das Kauen von Coca-Blättern als die einzige Möglichkeit, Schmerzen während eines chirurgischen Eingriffes zu mindern.
Gerade Patienten mit chronischen Schmerzen sehen im übermäßigen Alkoholkonsum einen Ausweg aus ihrem Leiden. Doch auch hier stellt der Alkohol nur eine gesundheitsschädliche Symptombekämpfung dar. Heute sollten chronische Rückenschmerzen ohne Alkohol im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie behandelt werden.

Fakt 8: Alkoholschmerz bei Hodgkin Lymphom (bösartige Krebsform)

Nach Alkoholgenuss können vergrößerte Lymphknoten schmerzen (sog. Alkoholschmerz), was jedoch relativ selten, dann aber relativ typisch für das Hodgkin Lymphom (bösartige Lymphdrüsenkrebserkrankung) ist. In diesen Fällen ist es ein typisches Frühsymptom und wird in dieser Form für keine andere Erkrankung bisher beschrieben. Die Ursachen für den Alkoholschmerz beim Hodgkin Lymphom sind immer noch unklar. Patienten beschreiben aber oft, dass er beim ersten Schluck Alkohol auftritt und danach oftmals wieder sehr schnell nachlässt. Kommt es über mehrere Wochen zu diesem Alkoholschmerz und fühlt man gegebenenfalls noch vergrößerte Lymphknoten (meist im Halsbereich), so sollte man dringend einen Arzt aufsuchen.

Weiterführende Empfehlung: Thema Tumor und Tumorschmerzen hier nachlesen.

Quellen und weiterführende Links

neuro24.de

Statistisches Bundesamt: www.destatis.de

Herold, 2015

Biochemie des Menschen - Das Lehrbuch für das Medizinstudium, 6. Auflage, 2015

Stryer Biochemie, 7. Auflage, 2012

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