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Rückenschmerzen - Achim Achilles klärt auf

Regelmäßige Bewegung ist wichtig bei Rückenschmerzen

Interview mit Dr. Hajo Schumacher, Journalist und Bestsellerautor

Achim Achilles bringt es auf den Punkt - der „Teufelskreis“ bei Rückenschmerzen ist für ihn klar definiert: Im Alltag bleibt zu wenig Zeit für einen körperlichen Ausgleich, viele Tätigkeiten finden im Sitzen vor dem Computer statt, der Rücken schmerzt und weil das so ist, fällt jede Bewegung umso schwerer. Der Spiegel-Online-Experte, im richtigen Leben heißt er Dr. Hajo Schumacher, weiß wovon er spricht, hat zahlreiche Bücher geschrieben und hat als Journalist mit vielen Menschen über die Themen Bewegung und Gesundheit gesprochen. In unserem Interview erklärt er, warum ihm die Bewegung so am Herzen liegt.

bomedus: Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Dr. Schumacher – oder sollen wir Sie lieber Achim Achilles nennen, wenn wir über das Thema Gesundheit und Bewegung sprechen?

A. Achilles: Wie jeder gute Journalist bin ich eine gespaltene Persönlichkeit und fühle mich immer angesprochen.

bomedus: Ist Achim Achilles nur ein wunderbares Pseudonym oder leben Sie selbst auch das, was in seinen Büchern beschrieben wird?

A. Achilles: Hajo Schumacher ist meine offizielle Seite, der Anzugträger, der bis an die Schmerzgrenze heran seriös zu wirken hat. Achim Achilles ist eher meine ungezügelte Seite, die laut lacht, schreit, schnauzt, heult und aus vollster Überzeugung unsachlich und erratisch agiert.

bomedus: Sie sind unter anderem Journalist, Verleger, Buchautor, Moderator, Kolumnist. Wie disziplinieren Sie sich doch noch regelmäßig Sport zu treiben?

A. Achilles: Das hat mit Disziplin weniger zu tun als mit einem echten Bedürfnis. Worauf freuen wir uns, wenn wir in den Urlaub fahren?: auf Ruhe, auf Offline, auf ein gutes Gespräch, auf ein bisschen frische Luft, die Seele baumeln zu lassen, der Intuition zu folgen. Genau dieses Feriengefühl hole ich mir mit einer Stunde Trab durch den Grunewald. Jeden Tag eine Weile Urlaub, das ist doch ein Geschenk.

bomedus: Sie haben unter anderem ein Buch mit dem Titel „Keine Gnade für die Wade: Neues vom Wunderläufer“ geschrieben. In Kurzform: Was rufen Sie Menschen zu, die auf der Couch sitzen und sich beim Sport mit jedem Schritt quälen?

A. Achilles: Bleibt sitzen. Futtert Chips und Schokolade, haltet Fernsehen für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, bewegt Euch keinen Millimeter zu viel. Ehrlich: Wer für sich entschieden hat, dass er auf dem Sofa glücklich wird, der soll dort hocken bleiben. Der Antrieb muss aus dem eigenen Inneren kommen, alle Missionierungs- und Motivationsversuche sind verschenkte Zeit. Wer keine Lust am Bewegen hat, der lässt es einfach

bomedus: Und noch ein Zitat aus der Achim-Achilles-Sammlung: „Qualität kommt von Qual!“ Klingt nach Schmerz und Pein auf dem Weg zu guter Haltung und bester Gesundheit – oder wie ist das gemeint?

A. Achilles: Wer sich bewegt, spürt seinen Körper. Und wer neugierig ist, was geht, der kommt auch mal in Grenzbereiche. Dann pfeift die Lunge, die Beine brennen, der Mund ist trocken wie die Sahara. Schlimm? Nee. Eher eine spannende Erfahrung, die die eigenen Grenzen aufzeigt. Klingt etwas masochistisch, aber ich genieße es, meinen Körper zu spüren. Von Muskelkater oder Seitenstechen ist noch nie jemand gestorben.

bomedus: Warum sind Sie davon so überzeugt, dass Sport, zum Beispiel Laufen, mehr nützt als schadet? Denn die Redensart „Sport ist Mord“ hält sich hartnäckig.

A. Achilles: Ja, Churchill wird gern von übergewichtigen Herren zitiert, die links die Zigarre halten und rechts den Rotwein. Ich kann nur für mich sprechen. Und ich habe die Erfahrung gemacht: Das beste Bier ist das nach dem Sport. Der Mensch ist von seinen Genen her ein Bewegungstier. Wer sich, seinen Körper und seiner Seele dieses Urbedürfnis vorenthält, dem entgeht ein Erlebnis, dass kein Luxusdampfer bieten kann. Man nennt es Selbsterfahrung. Die größten Abenteuer liegen eben immer noch im Menschen selbst verborgen.

bomedus: Wir danken Achim Achilles und Dr. Hajo Schumacher für das Gespräch!

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