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Rückenschmerzen - Was kann man dagegen tun?

Einleitung - Wer ist von Rückenschmerzen betroffen

Rückenschmerzen sind mit 69% die häufigste Ursache von chronischen Schmerzen (laut Aussagen der Deutschen Schmerzliga e.V. sowie der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V.). Von also knapp 12-15 Millionen chronischen Schmerzpatienten, haben knapp 8 bis 10 Millionen Deutsche chronische Rückenschmerzen.
Rückenschmerz ist das Symptom, nicht die Ursache. Dieses Symptom kann auf vielfältige Weise beschrieben und klassifiziert werden. Akute Rückenschmerzen dauern maximal 6 Wochen an und sind spätestens dann wieder vollständig abgeklungen. Subakute Rückenschmerzen dauern mindestens 6 Wochen an, sind aber spätestens nach 12 Wochen vollständig abgeklungen. Chronische Rückenschmerzen dauern länger als 12 Wochen an. Die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Rückenschmerzen ist essentiell und grundlegend, da beide Arten völlig verschieden sind. Rezidivierende Rückenschmerzen treten mindestens zweimal jährlich mit einer Unterbrechung von mindestens 30 Tagen auf. Eine Episode dauert dabei mindestens 24 Stunden und hat eine Stärke von mindestens 2 auf einer Skala von 0 – 10 (0 = kein Schmerz, 10 = größter vorstellbarer Schmerz).

Im folgenden TV-Interview erklärt Dr. Tobias Weigl wesentliche Fakten zur Volkskrankheit Rückenschmerzen. Schauen Sie rein, es lohnt sich.

Welche Formen von Rückenschmerzen gibt es?

Rückenschmerz ist das Symptom, nicht die Ursache. Dieses Symptom kann auf vielfältige Weise beschrieben und klassifiziert werden.

  • Ursache: Rückenschmerzen können spezifisch sein (ca. 20%), wenn eine eindeutige Ursache vorliegt oder aber unspezifisch (ca. 80%), wenn keine Ursache zu finden ist. Unspezifische Rückenschmerzen sind somit mit Abstand am häufigsten.
  • Schweregrad: Dieser wird anhand der Schmerzstärke und der Funktionsbeeinträchtigung ermittelt. Typischerweise wird dafür die NRS = numerische Rating Skala oder die VAS = visuelle Analogskala verwendet.
  • Ort: Etwa 75-80% der Rückenschmerzen sind auf Kreuzschmerz (Lumbalsyndrom) zurückzuführen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch häufig von einem LWS-Syndrom. Typisch für das LWS Syndrom sind somit unspezifische Ursachen. Bei einem Drittel der Rückenschmerzpatienten stammen die Schmerzen aus dem Hals- und Schulterbereich (Zervikalsyndrom). In nur 2% der Fälle treten die Schmerzen im Brustwirbelbereich auf (Thorakalsyndrom).
  • Dauer: Man unterteilt hier in akute, subakute, chronische (länger andauernd als drei Monate) und rezidivierende Rückenschmerzen.

 

Im Folgenden finden Sie ein Video von Dr. Tobias Weigl zum Thema Rückenschmerzen. Kurz und knapp aber trotzdem fachlich und einfach wird dabei das weite Feld Rückenschmerz erläutert. Neben den Ursachen werden v.a. die Therapiemöglichkeiten und Tipps zur Selbsthilfe genannt. Also schauen Sie sich gerne das passende Video zu diesem Artikel an.

 

Was versteht man unter akuten, subakuten, chronischen und rezidivierenden Rückenschmerzen?

  • Akute Rückenschmerzen dauern maximal 6 Wochen an und sind spätestens dann wieder vollständig abgeklungen.
  • Subakute Rückenschmerzen dauern mindestens 6 Wochen an, sind aber spätestens nach 12 Wochen vollständig abgeklungen.
  • Chronische Rückenschmerzen dauern länger als 12 Wochen an. Chronische Rückenschmerzen sollten als eine eigenständige Krankheit angesehen werden und als Konsequenz auch anders therapiert werden als akute Rückenschmerzen. Typisch für chronische Rückenschmerzen sind: (1) Dauer länger als 12 Wochen, (2) eigenständige Krankheit, (3) meist kein Zusammenhang mehr mit den (ursprünglichen) Ursachen, (4) die Schmerzstärke korreliert nicht bzw. nicht mehr mit dem Ausmaß der Verletzung, (5) die chronischen Schmerzen klingen nicht ab, sondern bestehen weiter obwohl die ursprüngliche Verletzung abgeheilt ist, und (6) ein sog. Schmerzgedächtnis entsteht, d.h. ein krankhaftes, übersensibles, "zu gutes" Schmerzempfinden und Schmerzverarbeitung.
  • Rezidivierende Rückenschmerzen treten mindestens zweimal jährlich mit einer Unterbrechung von mindestens 30 Tagen auf. Eine Episode dauert dabei mindestens 24 Stunden und hat eine Stärke von mindestens 2 auf einer Skala von 0 – 10 (0 = kein Schmerz, 10 = größter vorstellbarer Schmerz).

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Wer ist von Rückenschmerzen betroffen?

rückenschmerzen im unteren rückenRückenschmerzen können bei allen Menschen entstehen. Etwa 80% der Bevölkerung in Industriestaaten leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an Rückenschmerzen. Davon bleiben auch Prominente aus TV, Politik und Sport nicht verschont. Die Häufigkeit von Rückenschmerzen steigt zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr an und sinkt dann wieder ab. Etwa 40% der Bevölkerung in Deutschland leiden gegenwärtig an Rückenschmerzen. Dabei sind Frauen etwa zweimal häufiger betroffen als Männer. In 90% der Fälle klingen die Schmerzen innerhalb der ersten sechs Wochen wieder ab. Aber in etwa 7% der Fälle werden die Rückenschmerzen chronisch. Dies ist dann oftmals der Beginn einer langen und oftmals frustrierenden Arzt-Odyssee. 

Was sind die Ursachen für akute Rückenschmerzen?

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Gründe für Rückenschmerzen. Muskelverspannungen, Entzündungen (insbesondere der Facettengelenke), kleine Verletzungen des Bindegewebes oder der Bänder, Tumore, Traumata oder Frakturen. Lediglich bei 3% der Betroffenen ist der sog. Bandscheibenvorfall die Ursache, obwohl man radiologisch nach Expertenmeinung bei bis zu 90% der über 45-Jährigen einen solchen diagnostizieren könnte. Leider werden in Deutschland viel zu häufig unnötige Bandscheibenoperationen durchgeführt, obwohl sie nicht der Grund für die Schmerzen sind (von den ca. 180.000 akuten Bandscheibenvorfällen in Deutschland werden ca. 70.000 bis 80.000 operiert). Etwa jeder zweite Deutsche hat eine Bandscheibenvorwölbung (= Protrusion) oder gar einen Bandscheibenvorfall (= Prolaps). Die meisten davon haben keine Schmerzen. Treten aber  Rückenschmerzen auf, lässt sich, wie oben bereits geschildert, der Bandscheibenvorfall fast immer diagnostizieren. Diese meist starken Rückenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall können mit einem Mix aus verschiedenen Therapieverfahren, unter anderem mit gezielter Elektrostimulation via SFMS®, behandelt werden. In 85% der Fälle von Rückenschmerzen ist der Grund jedoch nicht diagnostizierbar. Man spricht dann von unspezifischen Rückenschmerzen.

Die Warnsignale für eine spezifische Ursache werden als Red Flags bezeichnet. Zu ihnen zählen beispielsweise das Alter (zu jung oder zu alt für erstmalige Rückenschmerzen), ein vorangegangenes Trauma, sichtbare Verformungen, Fieber, Brustschmerzen, unbeabsichtigter Gewichtsverlust, neurologische Ausfallerscheinungen und ein konstanter, progressiver und bewegungsunabhängiger Schmerz. Typische spezifische Ursachen für Rückenschmerzen sind:

  1. Arthrose der Wirbelsäule
  2. Bandscheibenvorfall
  3. Spinalkanalstenose
  4. Wirbelgleiten (= Spondylolisthesis)
  5. Traumata
  6. Osteoporose (v.a. Frauen)

Die Ursache von unspezifischen Rückenschmerzen lässt sich nicht genau auf ein Körperteil festlegen, daher unspezifisch. Aber man weiß heutzutage, dass wahrscheinlich zwei Hauptgründe für die unspezifischen Rückenschmerzen verantwortlich sind:

  1. Probleme mit der Rückenmuskulatur sowie den umgebenden Muskulaturen von Bauch, Gesäß und Oberschenkel
  2. Probleme mit den Faszien, Bändern und Sehnen.

Wie werden akute zu chronischen Rückenschmerzen?

Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Chronifizierung von Rückenschmerzen zur Folge haben können. Diese Risikofaktoren werden als Yellow Flags bezeichnet. Zu ihnen zählen psychische, berufliche und iatrogene (durch den Arzt verursacht) Faktoren. Diese zu erkennen ist eine der Hauptaufgaben des Arztes. Bei einem Arztbesuch muss der Arzt nach diesen sog. yellow flags und auch red flags Ausschau halten.

Risikofaktoren bei Rückenschmerzen

Wie werden Rückenschmerzen diagnostiziert?

Neben einem ausführlichen Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese), in dem der Arzt sowohl die typischen Beschwerden als auch die Yellow Flags und Red Flags erfragt, werden physische Untersuchungen durchgeführt. Dabei wird der Rücken zum einen inspiziert und abgetastet. Zum anderen werden verschiedene Bewegungsprüfungen durchgeführt, die dem Arzt darüber Ausschluss geben, wie weit die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist. Fasst man alle Information zusammen und findet dennoch keine Ursache, werden bildgebende Verfahren zu Rate gezogen. Dazu dienen Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomographie (MRT) (sog. Röhre) und Computertomographie (CT).Das Röntgen dient zur Beurteilung der Statik der Wirbelsäule, also der Knochen. Das MRT liefert wertvolle Hinweise bzgl. Bandscheiben, Rückenmark, Nerven etc.

Wie werden Rückenschmerzen behandelt?

Rückenschmerzen werden basierend auf der Anamnese, klinischer Zeichen und vor allem der Schmerzdauer unterschiedlich behandelt.

Hier beschreibt Dr. Tobias Weigl kurz und bündig die Therapiemöglichkeiten bei Schmerzen im unteren Rücken. In nur 180 Sekunden alles Wissenswertes.

Therapie akuter Rückenschmerzen

Bei einer akuten Symptomatik behandelt man vor allem die Symptome, d.h. die Schmerzen. Bei einem chronischen Stadium führt man jedoch eine Kombination aus symptomatischer und ursächlicher Therapie durch. Daher ist vor allem im chronischen Stadium eine ganzheitliche, d.h. multimodale Therapie entscheidend.
Die Behandlung ist dabei grundsätzlich in den nationalen Versorgungsleitlinien beschrieben. Akute Rückenschmerzen werden mit nicht-opioiden Schmerzmitteln wie Paracetamol und nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen gelindert. Zusätzlich wird dem Patienten geraten, sich zu bewegen und nicht in eine Schonhaltung zu verfallen (Schonhaltung für maximal 1-3 Tage). Auch sind Kälteanwendungen bei akuten Schmerzen hilfreich, da dadurch die akute Entzündung gesenkt werden kann. Ferner dient eine gezielte Stimulation der Nozizeptoren bzw. vereinfacht gesagt der Schmerzfasern mittels der Small Fiber Matrix Stimulation zur "Überlagerung" der akuten Schmerzen. Muskelrelaxanzien werden seit Mitte 2013 bei Rückenschmerzen nicht mehr verschrieben.

Therapie subakuter Rückenschmerzen

Subakute Rückenschmerzen werden entweder mit NSAR oder aber mit Schmerzmitteln aus der Familie der Opioide behandelt. Neben der Animation zur Bewegung wird auf Schulungsmaßnahmen und Verhaltenstherapie gesetzt.

Therapie chronischer Rückenschmerzen

Die Behandlung chronischer Schmerzen gleicht der der subakuten Rückenschmerzen. Dabei werden bei den Medikamenten verstärkt Opioide verwendet (ca. 69%). Zusätzlich sollte aber auch Physiotherapie/ Krankengymnastik und Ergotherapie eingesetzt werden. Ferner sind bei chronischen Rückenschmerzen auch Teil einer ganzheitlichen Therapie die Verwendung von Massagen, Wärmetherapie, physikalischen Maßnahmen wie Small Fiber Matrix Stimulation (SFMS) oder auch Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) (Achtung: zwischen SFMS und TENS besteht ein gewaltiger Unterschied, siehe hier), Rückenschulungskurse, progressive Muskelentspannung, Akupunktur und Magnetfeldtherapie. Jedoch setzt es sich immer mehr durch, dass eine interdisziplinäre, multimodale Schmerztherapie zur Behandlung chronischer Schmerzpatienten der bestmögliche Weg ist, um den sich häufig verschlimmernden Teufelskreis zu durchbrechen.

Eine neue Möglichkeit der Hilfe bei chronische Rückenschmerzen bietet die gezielte Nervenaktivierung via Small Fiber Matrix Stimulation®, bei der das Schmerzgedächtnis langfristig verändert wird.

 

 

Wie kann das bomedus® Rückenband helfen?

Bei der Chronifizierung der Rückenschmerzen kommt es zu plastischen und funktionellen Veränderungen an den Nervenzellen des Schmerzleitungs- und Schmerzverarbeitungs-Systems. Es bildet sich ein Schmerzgedächtnis. Mit Hilfe der Small Fiber Matrix Stimulation® werden gezielt diese veränderten Nervenzellen so aktiviert, dass es zu einer Langzeithemmung kommt, ein Prozess, der dem Schmerzgedächtnis entgegen arbeitet. Dadurch werden die Veränderungen und damit die chronischen Schmerzen reduziert.

Im Oktober 2014 wurde ein Beitrag über das bomedus® Rückenband auf RTL (Nachtjournal, Punkt 12) ausgestrahlt. Weitere Beträge z.B. im WDR oder im MDR und NDR folgten. In diesen Beiträgen wird gut das Entstehen chronischer Schmerzen und vor allem des sogenannten Schmerzgedächtnisses erläutert, sowie Anwendung und Nutzen des bomedus® Rückenbandes.

Was kann man selbst tun bei Rückenschmerzen?

  • Vermeiden Sie eine Schonhaltung.
  • Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen in einer Position.
  • Wechseln Sie häufig die Position.
  • Bewegen Sie den Rücken ohne ihn zu sehr zu belasten.
  • Stärken Sie langsam Ihre Rückenmuskulatur.
  • Tragen Sie keine schweren Lasten.
  • Reduzieren Sie Übergewicht.
  • Tragen Sie Schuhe mit stoßdämpfenden Eigenschaften.
  • Tragen Sie besser flache Absätze.

Bitte beachten Sie: Auf Ihre Situation und Bedürfnisse angepasste Empfehlungen kann letztlich nur der behandelnde Arzt nach einer ausführlichen Untersuchung geben.

Eine ganz neuer Ansatz ist die Behandlung chronischer Rückenschmerzen mit Antibiotika. Erste Forschungsergebnisse dazu sind sehr vielversprechend und daher wurde 2017 auch der Deutsche Schmerzpreis für diese Studien verliehen. Im folgenden Video erklärt Dr. T. Weigl die Bedeutung von Antibiotika bei chronischen Rückenschmerzen. Vielleicht eine Revolution bei der zukünftigen Therapie.

Referenzen und weiterführende Literatur

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BMC Musculoskelet Disord 2010;11:234 Binderup AT et al.: Pressure pain sensitivity maps, self-reported musculoskeletal disorders and sickness absence among cleaners. Int Arch Occup Environ Health 2011;84:647–654
Brosseau L et al.: Efficancy of Transcutaneous Electrical Nerve Stimulation for the Treatment of Chronic LowBach Pain. Spine 2002;6:596-603
Kiesel KB et al.: Experimentally induced pain alters the EMG activity of the lumbar multifidus in asymptomatic subjects. Man Ther 2012 ;3:236-240Lewis C et al.: A randomised controlled study examining the short-term effects of Straine-Counterstrain treatment on quantitative sensory measures at digitally tender points in the low back. Manual Therapy 2010;15:536-541
Loram L et al.: Gender and site of injection do not influence intensity of hypertonic saline-induced muscle pain in healthy volunteers. Man Ther 2009;5:526-53
Nasu T et al.: Persistent deep mechanical hyperalgesia induced by repeated cold stress in rats. European Journal of Pain (2010);14:236–244
Palsson TS, Graven-Nielsen T: Experimental pelvic pain facilitates pain provocation tests and causes regional hyperalgesia. Pain. 2012;11:2233-2240
Theodoridis T et al.: Bandscheibenbedingte Erkrankungen. Orthopädie und Unfallchirurgie 2006:495-520 Tsao H et al.: Experimentally induced low back pain from hypertonic saline injections into lumbar interspinous ligament and erector spinae muscle. Pain 2010 ;1:167.172
van Tulder M et al.: European guidelines for the management ofacute nonspecific low back pain in primary care. Eur Spine J 2006;15:169–191
http://www.cuhk.edu.hk/med/ans

Bildnachweis

www.bleib-gesund-service.de/images/ruecken-bandscheibe.jpg (13.11.2012)

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